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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Verkehrsbetriebe: Mit GERT in eigene Zukunft

MIT GERT: Andreas König erfährt wie anstrengend der Einstieg an einer nicht barrierefreien Haltestelle für ältere Menschen sein kann. Foto: VBK

MIT GERT: Andreas König erfährt wie anstrengend der Einstieg an einer nicht barrierefreien Haltestelle für ältere Menschen sein kann. Foto: VBK

 

Die Verkehrsbetriebe sensibilisieren ihre Mitarbeiter im Umgang mit älteren Fahrgästen

Zeitreise in die eigene Zukunft: Um ihr Fahrpersonal im Umgang mit älteren Fahrgästen zu sensibilisieren, führen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe (VBK) derzeit intensive Schulungen mit einem gerontologischen Alterssimulationsanzug, kurz GERT, durch.

Bei diesem Selbstversuch erhalten die Teilnehmer eine Vorstellung davon, wie be-schwerlich das Leben im Alter sein kann. Mit Hilfe des Spezialanzugs können die typischen krankheits- und altersbedingten Einschränkungen von Senioren auch für jüngere Menschen erlebbar gemacht werden: Kraftverlust, Gelenkversteifung, Koordinationsprobleme, Augenerkrankungen, Schwerhörigkeit. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist es den VBK wichtig, die Belegschaft auf die steigende Zahl älterer Fahrgäste durch intensive Weiterbildungsmaßnahmen vorzubereiten.

Gut fünf Minuten brauchen die Teilnehmer zum Anlegen des 25 Kilogramm schweren Spezialanzuges, der sie um 40 Jahre älter werden lässt. Eine Gewichtsweste und schwere Manschetten an Hand- und Fußgelenken simulieren die nachlassende körperliche Kraft, Bandagen an Beinen und Ellenbogen versteifen die Gelenke, eine Halskrause schränkt die Beweglichkeit des Kopfes ein und Kopfhörer sorgen für die alterstypische Hochtonschwerhörigkeit. „Natürlich erlebt jeder Mensch das Alter ganz unterschiedlich und all diese Einschränkungen müssen nicht immer so geballt auftreten wie bei diesem Training“, betont Patrick Keßler, der diese Weiterbildung im VBK-Fahrbetrieb zusammen mit Andreas König leitet. „Aber uns ist wichtig, bei diesem Perspektivwechsel einen Aha-Effekt hervorzurufen und das funktioniert nur, indem wir bei diesem Selbstversuch maximale Einschränkungen simulieren“. -red-

 
 

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