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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Dezember 2016

Wohnungsbau: Mit Akteuren im Dialog

IM KONSTRUKTIVEN GESPRÄCH: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hatte zum Akteurstreffen im Wohnungsbau geladen. Foto: Fränkle

IM KONSTRUKTIVEN GESPRÄCH: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup hatte zum Akteurstreffen im Wohnungsbau geladen. Foto: Fränkle

 

Gemeinsame Suche nach Lösungen im Wohnungsbau

Karlsruhe erfreut sich als Wohnstandort wachsender Beliebtheit. Mit der Konsequenz, dass Wohnungen seit Jahren knapper und teurer werden. Vor diesem Hintergrund hatte OB Dr. Frank Mentrup etwa 75 Vertreter der Wohnungswirtschaft zum „Akteurstreffen Wohnungsbau" ins Haus der Wirtschaft der IHK eingeladen, um gemeinsam über Lösungen für die Wohnungsengpässe zu diskutieren.

Die hohe Attraktivität Karlsruhes als Wirtschafts- und Bildungsstandort habe zu einer Zunahme der Bevölkerung zwischen 2010 und 2015 um rund 13.000 Personen geführt, nannte der OB zu Beginn Fakten. Mit massiven Anstrengungen konnten vor allem auf den großen Konversionsflächen in Knielingen und Neureut zwischen 2005 und 2015 etwa 4.800 neue Wohneinheiten fertiggestellt werden.

Nach der neuesten Bevölkerungsprognose des Amts für Stadtentwicklung ist aber bis 2035 mit bis zu 37.400 weiteren Neubürgern zu rechnen. Dafür reiche das Wohnbauflächenpotenzial der Stadt von 12.000 Wohneinheiten nicht aus. Hochrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft kommen zum Ergebnis, dass in Karlsruhe bis 2030 etwa 20.000 neue Wohnungen gebaut werden müssten. „Angesichts der skizzierten Herausforderungen sollten Stadt und Marktakteure gemeinsam Antworten auf die drängendsten Fragen und Probleme erarbeiten“, appellierte Mentrup an die Wohnungsbauakteure.

Ein Fokus in den moderierten Arbeitsgruppen der Veranstaltung lag auf den Laufzeiten von Baugenehmigungsverfahren. Die Verwaltung arbeitet daran, Prozessabläufe zu straffen und zu rationalisieren. Gleichzeitig sei aber auch von Seiten der Vorhabenträger darauf zu achten, möglichst vollständige Anträge einzureichen. Hinsichtlich der Nachverdichtung im Bestand wurde deutlich, dass sich Projektentwickler und Investoren vor allem durch die aus ihrer Sicht häufig restriktive Auslegung von Denkmalschutzauflagen in der Schaffung neuen Wohnraums begrenzt sehen.

Darüber hinaus gestalte sich gerade beim Bauen im Bestand die Verpflichtung, genügend Stellplätze nachzuweisen, als äußerst schwierig, teuer und langwierig. Eine Möglichkeit Investoren und Entwickler bei der Schaffung neuen Wohnraums zu unterstützen und Realisierungszeiträume zu verkürzen, könnte nach Vorschlag der Teilnehmer in der Einrichtung von Lotsen bestehen, die Vorhabenträger den gesamten Antrags- und Genehmigungsprozess hinweg begleiten und beraten. Weiter bestand Konsens darüber, dass mit dem Bau von Sozialmietwohnungen auch die Ausweitung des Angebots an neuen Wohnbauflächen auf dem freien Markt einhergehen sollte.

Im Resümee sicherte Mentrup zu, mit der Verwaltung vor allem daran zu arbeiten, Prozessabläufe weiter zu optimieren, um Planungs- und Realisierungszeiträume und damit letztlich Baukosten zu reduzieren. Mit dem Gemeinderat wolle er in jedem Fall die Stellplatzverordnung neu diskutieren, gegebenenfalls über Parkkonzepte für ganze Quartiere neue Wege beschreiten. An die Immobilienwirtschaft appellierte Mentrup, ihre Planungen besser vorzubereiten, damit Anträge zügig bearbeitet werden könnten. Insgesamt sei es Ziel, durch weiteren Dialog mit den Wohnungsbauakteuren zu „berechenbareren und transparenteren Prozessen für beide Seiten“ zu gelangen.
-red-

 
 

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