Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Dezember 2016

Mahnwache: Symbol im Geiste der Solidarität

Foto: Fränkle

Foto: Fränkle

 

„Ein Angriff auf uns alle“

Zum Gedenken an die Opfer des feigen, menschenverachtenden Anschlags auf den Weihnachtsmarkt in Berlin und um „Zusammenhalt zu demonstrieren“ hatte Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup am Mittwochabend zu einer Mahnwache beim Platz der Grundrechte aufgerufen.

Nach Schätzungen der Polizei waren rund 1100 Menschen dem Aufruf gefolgt und hatten sich mit Kerzen in stillem Gedenken versammelt – unter ihnen Karlsruhes Ehrenbürger, OB a.D. Heinz Fenrich, Ulrich Maidowski, Richter am Bundesverfassungsgericht, Abgeordnete des Bundestags und des Landesparlaments, Gemeinderäte aller Parteien, Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie viele Marktbeschicker. Kurz nach 20 Uhr läuteten stadtweit Kirchenglocken die Gedenkveranstaltung ein.

Der Anschlag in Berlin war „ein Angriff auf die offene Gesellschaft, auf jeden von uns – unabhängig von seiner Herkunft, seiner Nationalität, seiner kulturellen Prägung oder Religion“, betonte das Stadtoberhaupt in seiner Ansprache. Gerade deshalb sei es „ein politisches Statement“, zusammen zu stehen, Nähe zu suchen: „Die Gemeinschaft macht uns alle stark.“

Mentrup warnte davor, „einzelne Gruppen von vornherein unter Generalverdacht zu stellen“. Es sei „geradezu widerlich“, wie der Anschlag in Berlin bereits „in populistischer Weise für die politische Auseinandersetzung missbraucht“ werde. Der OB erinnerte an Terroristen, die auch „aus gut bürgerlichen Pfarrers- und Lehrerfamilien“ in diesem Land gekommen seien.

Mit Blick auf die Entwicklung des Rechtsstaats etwa in der Türkei, forderte Mentrup dazu auf, „Rechte nicht kurzfristig infrage zu stellen“. „Bei aller Trauer sollten wir auch ein Stück Trotz und Wut entwickeln, dass wir die Verhältnisse in der Welt“, mit ihren Kriegs- und Unruheregionen „nicht einfach hinnehmen.“ Er appellierte, das kommende Jahr zu nutzen, „um gemeinsam für Gerechtigkeit in der Welt aktiv zu werden“. Zahlreiche Teilnehmende trugen sich zum Abschluss der Veranstaltung in das Kondolenzbuch ein, das nun im Rathausfoyer ausliegt.

In einem Schreiben an den Regierenden Bürgermeister Berlins, Michael Müller, hatte Mentrup bereits am Dienstag betont: Der menschenverachtende Angriff sei „vermutlich auch ein Angriff gegen uns alle – gegen unsere Gesellschaft und die Werte, die wir teilen“. Der OB unterstrich: „Wir werden uns dieser sinnlosen Gewalt vereint entgegenstellen“. bw

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe