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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Dezember 2016

Informationstechnik: Sicherheit in Zeiten von Big Data

Europäischer Forschungsrat fördert KIT-Projekt / Karlsruhe als Kryptographie-Zentrum

Kryptographie für das digitale Zeitalter entwickelt Professor Dennis Hofheinz am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Der Europäische Forschungsrat fördert sein Projekt "PREP-CRYPTO: Preparing Cryptography for Modern Applications" in den nächsten fünf Jahren mit rund zwei Millionen Euro. Der ERC Consolidator Grant zählt zu den prominentesten Förderungen in Europa.

"Kryptographie ist in Zeiten von Cloud und Big Data weit mehr als sichere Kommunikation", erklärt Hofheinz, der in Karlsruhe Informatik studiert hat. Früher, so das KIT, sei es darum gegangen, verschlüsselte Nachrichten zu versenden, heute sei die Herausforderung, abgestimmte Zugriffsrechte und Bearbeitungsmöglichkeiten auf Daten zuzulassen und gleichzeitig Datensicherheit herzustellen. Dienstleistern - zum Beispiel ausgelagerten Rechenzentren - könne es so ermöglicht werden, auf Basis sensibler, verschlüsselter Daten von Unternehmen oder Privatpersonen, Berechnungen und Verarbeitungen anzustellen, ohne diese Daten vorher zu entschlüsseln und so den Datenschutz zu gewährleisten. Hofheinz sieht zwei Möglichkeiten, um die Potentiale neuer Kryptographie-Methoden voll auszuschöpfen: die Kombination klassischer algebraischer Instrumente und Techniken der Kryptographie mit neuen Methoden sowie eng umgrenzte Lösungen für domänenspezifische Anwendungen.

Hofheinz ist Professor in der Arbeitsgruppe Kryptographie und Sicherheit des Instituts für Theoretische Informatik am KIT. Dieser Gruppe angegliedert ist das Europäische Institut für Systemsicherheit, das die praktische Umsetzung von Kryptographie in Kooperationen mit dem Karlsruher Forschungszentrum Informatik (FZI) sowie Industriepartnern bündelt. Zu den Projekten der Arbeitsgruppe zählt unter anderem das Kompetenzzentrum für angewandte Sicherheitstechnologie (KASTEL), eines von bundesweit drei Kompetenzzentren für Cybersicherheit, die vom Bundesforschungsministerium initiiert wurden.

Den Mittelstand hat die Karlsruher IT-Sicherheitsinitiative KA-IT-SI im Blick. Die 2001 gegründet Initiative fördert die sichere Gestaltung und Nutzung von Informationstechnik in Unternehmen im Umkreis von bis zu 250 Kilometern - durch Informationsveranstaltungen und Erfahrungsaustausch der IT-Sicherheitsverantwortlichen. Zwanzig Firmen haben sich bereits in dieser Initiative zusammengeschlossen, zu den Unterstützern zählen unter anderem Stadtverwaltung, IHK, FZI, Fraunhofer IOSB und KIT. -res-

 
 

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