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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. März 2017

Bürgerversammlung: In Knielingen hitzig diskutiert

Warten auf die Tram: Noch zwei bis drei Jahre kann es dauern, bis auf dem Grünstreifen die Linie 2 zum Quartier 2.0 fährt. Foto: Knopf

Warten auf die Tram: Noch zwei bis drei Jahre kann es dauern, bis auf dem Grünstreifen die Linie 2 zum Quartier 2.0 fährt. Foto: Knopf

 

Auf enorme Resonanz stieß die Bürgerversammlung kürzlich in Knielingen. Das Interesse war so groß, dass der Saal des Brauhauses 2.0 aus allen Nähten platzte. OB Frank Mentrup hatte Experten aus der Verwaltung mitgebracht, um mit den Bürgern Themen zu diskutierten, die ihnen unter den Nägeln brennen.

Beispielsweise jenes um ein neues Bürgerzentrum. Das evangelische Gemeindezentrum in Neu-Knielingen böte sich an, da die Evangelische Kirche plant, Immobilien zu veräußern oder wie in diesem Fall zu vermieten. Allerdings liefen dabei monatliche Kosten von rund 6000 Euro monatlich an. Aufgrund der hohen Kosten müssten daher weitere Mieter mit ins Boot geholt werden. Der Forderung einer Diskutantin, dass einfach die Stadt die Kosten übernehme,  konnte Mentrup nicht nachkommen. Aus dem Stadtteil selbst forderte er mehr Initiative. Einen Vorschlag präsentierte Matthias Fischer, Vorsitzender des BV Knielingen. Man wolle weiter nach Partnern suchen, welche die Räume mitnutzen. So sei man derzeit im Gespräch mit dem Stadtjugendausschuss.

Ein weiteres Thema waren die Gewerbeflächen Knielingen West I und II südlich der Raffinerie Miro. Heike Dederer (Stadtplanungsamt) erklärte, dass das Areal im Flächennutzungsplan als langfristige gewerbliche Fläche freigehalten wird. Im Auditorium machte sich Unmut breit. „Wir müssen das Knielinger Grün erhalten, zumal wir der am schwersten mit Industrie belastete Stadtteil sind“, hieß es. Mentrup betonte, dass es noch keine Gewerbeflächen seien, lediglich Optionen. Falls es soweit käme, gäbe es zuvor ein Bürgerbeteiligungsverfahren. Noch stärker kritisierte die Bürgerschaft die geplante Querspange Ölkreuz B36.

Dederer informierte über das laufende Planfeststellungsverfahren zur zweiten Rheinbrücke, bei dem der Bund Herr des Verfahrens sei. Die Stadt habe Stellungnahmen abgegeben, die nicht positiv waren. Über die Planung herrschte Frustration im Raum. Von „Wahnsinn“ war gar die Rede. Denn der Verkehr aus der Pfalz würde zusätzlich auf die Südtangente schwappen und zu weiteren Staus führen. „Was wir brauchen ist eine zweite Rheinbrücke in Leopoldshafen mit Anbindung an die B36“, meinte ein Bürger. Mentrup betonte, dass er die Kritik gut nachvollziehen könne. Gegebenfalls müsse der Gemeinderat sich überlegen, Rechtsmittel einzulegen. Diskutiert wurde auch die geplante Verlängerung der Tramlinie zum Quartier Knielingen 2.0. Christian Högelmeier (VBK) berichtete, dass ein 1,5 Kilometer Schienenstrang mit vier barrierefreien Haltestellen kommen solle.

Allerdings sei die Finanzierung (Landeszuschuss) noch nicht gesichert sei, auch wenn man im Planrecht recht weit sei. Er rechne damit, dass es noch zwei bis drei Jahren dauern werde. Dies wiederum sorgte für Empörung im Saal. Eine Bürgerin nannte die Situation für Radfahrer an der Sudetenstraße eine Katastrophe, andere forderten Tempo  30 in der Sudetenstraße. Auch der weitere  behindertengerechte Ausbau der Haltestelle Herweghstraße wurde gefordert.
-voko-

 
 

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