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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. März 2017

Gemeinderat: Erkenntnisse für Seniorenpolitik

Diskussion der Umfrage zu Plänen und Lebensqualität der „Generation 55plus“

Um für den demografischen Wandel gewappnet zu sein, beteiligte sich Karlsruhe neben fünf weiteren Kommunen 2015 an einer von KOSOS-Städtestatistikern koordinierten Umfrage zur Zukunftsplanung und Lebensqualität der „Generation 55plus“.

Den Bericht als Grundlage für weitere Maßnahmen im Bereich der Alten- und Seniorenpolitik nahm der Gemeinderat zustimmend zur Kenntnis. In einer repräsentativen Stichprobe wurden 2 300 Personen befragt, 842 antworteten. Erste Aussagen: Die Karlsruher sind größtenteils mit ihrem Leben zufrieden, fast die Hälfte erfreut sich guter Gesundheit. Kontakte spielen eine große Rolle. Beinahe ein Drittel engagiert sich ehrenamtlich, über die Hälfte bildet sich weiter.

Eigene Pflegebedürftigkeit ist in vielen Köpfen allerdings noch nicht präsent. Käme es dazu, präferieren 36 Prozent eine Versorgung im eigenen Haushalt, unterstützt durch professionelle Dienste. Weitere 58 Prozent könnten sich das „vielleicht“ vorstellen.

CDU-Stadträtin Karin Wiedemannn dankte für die Analyse, die bei einer zweiten Erhebungswelle 2018 auch Erkenntnisse auf Stadtteilebene zulasse. Wichtig sei, Angehörige bei Pflegebedürftigkeit ihrer Lieben nicht alleine zu lassen. „Sehr gut“ fand Elke Ernemann (SPD) den Bericht. Pflegebedürftigkeit werde verdrängt, hier tue Aufklärungsarbeit not. Mehr „wohngruppenähnliche“ Angebote schaffen, war für Grüne-Stadträtin Verena Anlauf Gebot der Stunde, es lindere Einsamkeit und entlaste den Wohnungsmarkt.

Karl-Heinz Jooß (FDP) schätzte die „hervorragende Hilfe“ ebenso wie KULT-Stadtrat Max Braun. Dieser forderte die Schaffung weiterer Bewegungsangebote für Senioren. Die Befragung sei „nicht realistisch“ und lasse wegen der geringen Teilnehmerzahl keine „validen Schlussfolgerungen“ auf die Situation der „wirklich Alten zu“, kritisierte dagegen AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt. Die durchschnittlichen Resultate vermittelten das übliche Bild der „neuen Alten“, aber „die soziale Realität ist anders“, sprach Linke-Stadträtin Sabine Zürn von „Schieflage“ und riet, das Ganze „mit der Lupe anzuschauen.“ -maf-

 
 

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