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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. März 2017

Gemeinderat: KIT-Erweiterung und Zukunft Botanischer Garten

BOTANISCHES INSTITUT DES KIT: Südlich sollen drei Gebäude entstehen, mittelfristig zieht das Institut in die Kornblumenstraße um. Foto: Fränkle

BOTANISCHES INSTITUT DES KIT: Südlich sollen drei Gebäude entstehen, mittelfristig zieht das Institut in die Kornblumenstraße um. Foto: Fränkle

 

Am Adenauerring entstehen drei neue Gebäude / Botanisches Institut zieht mittelfristig um / Workshop mit Bürgern

Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit seinen mittlerweile über 25.000 Studierenden und mehr als 9.300 Beschäftigten hat einen steigenden Raumbedarf, der sich durch weitere Verdichtungen und Anmietungen langfristig nicht decken lässt.

Deshalb ist es für das die Forschungs- und Lehreinrichtung „ein Glücksfall“, so KIT-Vize-präsident Dr. Ulrich Breuer, dass der Landtag im Februar vergangenen Jahres beschlossen hat, ein 20.000 Quadratmeter großes Areal am Adenauerring zur Verfügung zu stellen, auf dem die Klaus Tschira Stiftung drei Gebäude errichten will. Eins der Gebäude schenkt sie dem Land zur Nutzung durch das KIT, die beiden anderen Gebäude sind für forschungsnahe Zwecke vorgesehen, etwa für Ausgründungen aus dem KIT.

Außerdem soll für das Botanische Institut samt Schaugärten und -häusern mittelfristig ein neuer Standort in der Kornblumenstraße 13 entstehen. „Wir wollen das Botanische Institut auf keinen Fall aufgeben“, machte Dr. Breuer am Dienstag im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup deutlich. Und auch am neuen Standort sollen Schau-gärten und -häuser öffentlich zugänglich sein. Die jetzigen Gebäude sind laut Dr. Breuer „nicht mehr wirtschaftlich betreibbar und auch nicht im Betrieb sanierbar“.

Offenlage und Workshop

Für Mentrup ist „die Weiterentwicklung des KIT im Sinne der Stadt“. Das Stadtoberhaupt erinnerte daran, dass bereits seit 2015 eine Beteiligung der Öffentlichkeit stattgefunden habe. Die Stadt ist zuständig für die Durchführung des Bebauungsplanverfahrens. In diesem Verfahren steht – voraussichtlich im Mai und Juni – die Offenlage der Baubauungspläne an. „Auch dann können sich die Bürger wieder einbringen“, so das Stadtoberhaupt.

Außerdem plant das KIT für den Sommer einen Workshop, in dem sich Bürger daran beteiligen können, wie der 25 Meter breite Grünstreifen zwischen Neubauten und bestehender Wohnbebauung gestaltet werden soll. „Der Bauherr hält sich an die Regeln“, bestätigte Mentrup. Darüber hinaus habe das KIT seine Planungen bereits angepasst und sei „mit den Gebäudehöhen im östlichen Teil runtergegangen“. Bebaut werden soll zunächst die Brache südlich des Botanischen Instituts. Beete des Instituts, die sich auf dem Baufeld für die Tschira-Gebäude befinden, werden entweder in die Kornblumenstraße oder in den Grünstreifen verlagert.

Thema im Ausschuss

Für eine Konsensuskonferenz zur Bebauung des Botanischen Gartens sieht er keinen Grund und die Stadt nicht in der Verantwortung. Eine solche Konferenz hatten die Grünen zu jüngsten Gemeinderatssitzung beantragt, weil – so Stadträtin Dr. Ute Leidig – „in der Bürgerschaft große Unruhe herrsche“. Auch KULT und die Freien Wähler plädierten für eine Konsensuskonferenz, während sich CDU, SPD und FDP dagegen aussprachen. Der Antrag der Grünen soll nun im Zuge des Bebauungsplanverfahrens im Planungsausschuss weiterdiskutiert werden.

Die KULT-Fraktion hatte im Gemeinderat einen Antrag auf Denkmalschutzprüfung und Änderung des Baufluchtenplans von 1938 gestellt. Laut Verwaltung besteht jedoch für die Gebäude des Botanischen Gartens kein Denkmalschutz, und weder der bestehende noch der zukünftige Bebauungsplan könnten den Erhalt der Gebäude erzwingen. -res-

 
 

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