Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. April 2017

Kultur: Tollhaus macht Zirkus

ÜBERRASCHUNGSGAST ALFONS: Als „Reporter mit Puschelmikrofon“ wurde Emmanuel Peterfalvi bekannt. Foto: Bastian

ÜBERRASCHUNGSGAST ALFONS: Als „Reporter mit Puschelmikrofon“ wurde Emmanuel Peterfalvi bekannt. Foto: Bastian

 

Jahresempfang mit 300 Gästen / Neue Projekte

„This is just a perfect Sunday”, sang Bella Nugent, die mit Schröder am Schlagwerk beim Jahresempfang des Tollhauses den „perfekten Sonntag“ passend einläutete.

Zum zehnten Mal hatte das Kulturzentrum Freunde, Unterstützer, Künstler und Partner zu Rück- und Ausblick geladen. Mit dabei auch der deutsch-französische Kabarettist Alfons alias Emmanuel Peterfalvi, der bei seinem Kurzauftritt vor rund 300 Gästen gewohnt humorig, gleichwohl mit einer gehörigen Portion Ernst die Errungenschaften Europas im Allgemeinen und des Élysée-Vertrags im Speziellen feierte.

Trotz guter Resonanz - 136.000 Besucher waren zu 289 Veranstaltungen gekommen - sei 2016 „gefühlt“ kein gutes Jahr gewesen, so Tollhaus-Vorstand Bernd Belschner. Zu sehr hatten die Eindrücke europaweiter Anschläge und separatistischer Strömungen auch den Nerv des Kulturzentrums berührt. Wie andernorts auch habe man Kontrollen und Sicherheitsvorkehrungen erhöhen müssen. Trotzdem werde alles getan, den Charakter des Kulturzentrums als „schönem Ort“ zu erhalten, „an dem man sich wohlfühlt, Impulse mitnimmt oder sich entspannt“, so Belschner.

Attraktiv soll das Tollhaus auch für junge Leute werden, die es eher als „biederen Kabarettschuppen“, in den die Eltern gingen, denn als hippe Location wahrnähmen, kündigte Sebastian Bau als Sprecher einer Arbeitsgruppe ein neues Veranstaltungsformat an. Es werde sich inhaltlich wie optisch von der üblichen Kost unterscheiden und Einiges auf den Kopf stellen.

Mit der Gründung des ATOLL-Festivals vorigen Herbst gibt das Tollhaus zeitgenössischem Zirkus ein Forum, die zweite Ausgabe (20. bis 24. September) fördert das Land mit 40000 Euro aus dessen Innovationsfonds. Und die zirzensische Profilschärfung geht weiter. Man werde in naher Zukunft eine Akademie für zeitgenössischen Zirkus gründen, informierte Belschners Vorstandskollegin Britta Velhagen. Für die Proben von Produktionen aus ganz Europa und Fortbildungen wurde ein denkmalgeschütztes Gebäude auf dem Schlachthofareal angemietet. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe