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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. April 2017

Naturpädagogik: Daumenkino bewegt Amphibien

WUSSTEN VIEL über das Leben am Oberrhein: Daxlander Viertklässler bei der Eröffnung der Ausstellung im Naturschutzzentrum. Foto: Fränkle

WUSSTEN VIEL über das Leben am Oberrhein: Daxlander Viertklässler bei der Eröffnung der Ausstellung im Naturschutzzentrum. Foto: Fränkle

 

Bis September Sonderausstellung im Naturschutzzentrum über die Lebensader Oberrhein

Vor dem Fenster steht das Modell eines Blaureihers an seinem Nest. Die Eier öffnen sich gerade und die Jungvögel schlüpfen. Gleich rechts des Eingangs zum Sonderausstellungsraum stehen vier Trommeln mit Schlitzen. Wer sie dreht und durch die länglichen Öffnungen schaut, sieht im Stile eines Daumenkinos, wie sich ein Lurch oder ein Frosch bewegt.

Das Naturschutzzentrum Rappenwört in der alten Vogelwarte zeigt bis zum 10. September die Ausstellung „Lebensader Oberrhein – Naturvielfalt von nass bis trocken“, die die NABU-Landesverbände Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz zusammengestellt haben. Der Oberrhein zwischen Iffezheim und Bingen ist einer von gerade einmal 30 „Hotspots“ der Biodiversität in Deutschland. Der Fluss und seine Auen, Wiesen und Feuchtgebiete, aber auch Wälder und Binnendünen, sind am Oberrhein typische Lebensräume. Diese darzustellen und so bei ihrem Schutz zu helfen, ist das Ziel der Ausstellung, die auch bereits an verschiedenen Standorten in Rheinland-Pfalz zu sehen war. Parallel dazu haben die NABU-Verbände auch kleinere Schauen für die Orte längs des Oberrheins zusammengestellt.

In der Ausstellung des Naturschutzzentrums stehen etwa ein Dutzend beidseitig beschriftete Schautafeln, die sich den unterschiedlichsten Themen rund um die Natur am Oberrhein widmen. Die Ackerwinde, die wilde Margerite, der gemeine Hornklee oder andere Wildpflanzen können sich die Besucher anhand eines Kontaktspieles erschließen. Ein zweites Kontaktspiel führt zu verschiedenen Amphibien. Die Binnendünen am Oberrhein können sich Schulklassen oder andere Gäste per Nase mit Geruchserfahrung erschließen.

Auch zur Eröffnung war eine Schulklasse da, eine vierte Klasse aus Daxlanden. Die Jungen und Mädchen sangen das Volkslied von der Vogelhochzeit, in dem viele heimische Vogelarten – auch die Fledermaus – erwähnt werden. Große Freude löste die Wasserspitzmaus aus, die Biologe Harald Brümmer eigens für die Ausstellung gefangen und in ein Aquarium gesetzt hat. Mit dem Versprechen, sie wieder auszusetzen. Bürgermeister Klaus Stapf, Stiftungsratsvorsitzender des Naturschutzzentrums, und Dr. Katrin Fritzsch, Projektleiterin „Leben am Oberrhein“ des NABU, erläuterten den Kindern die Ziele der Ausstellung – und waren erfreut über deren ausgezeichnetes Vorwissen.

Das Naturschutzzentrum ist dienstags bis freitags von 12 bis 18 Uhr geöffnet, sonn- und feiertags ab 11 Uhr. Schulen können dienstags bis freitags nach Vereinbarung früher kommen. Eintritt ist frei (www.lebensader-oberrhein.de).
-erg-

 
 

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