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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. April 2017

Stadtentwicklung: Dialog mit Kleingärtnern

Mentrup diskutierte mit Bezirksdelegierten aktuelle Pläne

Zu Gast bei der Bezirksdelegierten-Versammlung der Gartenfreunde Karlsruhe war vorige Woche Donnerstag Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup. Dass er dort einiges an Gegenwind erfahren würde, war dem Stadtoberhaupt klar.

Schließlich protestieren die Kleingärtner seit einiger Zeit gegen die Pläne der Stadt, die derzeit prüft, ob man drei Kleingartenanlagen möglicherweise in Bauland umwandeln könnte und dafür Ersatzflächen bereitstellt. Dennoch suchte Mentrup den Dialog, und das nötigte den Kleingärtnern Respekt ab: „Das macht nicht jeder“, sagte Alfred Lüthin, der bei der Versammlung als Vorsitzender bestätigt wurde. Mentrup hatte Heike Dederer vom Stadtplanungsamt mitgebracht, die den Kleingärtnern das Prozedere erläuterte, wie der Flächennutzungsplan zustande kommt und wie der Nachbarschaftsverband funktioniert.

Dederer erläuterte, dass die Stadt preiswerten Wohnraum für junge Familien benötige, da diese sonst ins Umland ziehen. Sie betonte auch, dass sich die drei Anlagen – Seewiesen, Exerzierplatz, Pulverhausstraße – erst einmal nur in einer Prüfkulisse befänden: „Der Gemeinderat hat die Flächen zur kritischen Prüfung zugelassen. Dies wird nun weiter diskutiert.“ Mentrup betonte, dass es keinesfalls darum gehe, die Anlagen in ihrer Quantität zu reduzieren. Kritik gab es von Lüthin für die geplanten Ersatzflächen. „In der Pulverhausstraße würde die Anlage in zwei geteilt, dazwischen die B 36. Auch am Exerzierplatz wäre die Entfernung viel zu groß.“ Von bislang konstruktiven Gesprächen sprach Mentrup und suchte auch den Austausch mit dem Vorsitzenden des betroffenen Kleingartenvereins in Rüppurr. Martin Pätzok (Vorsitzender Seewiesen) zeigte sich aber alles andere als begeistert von den Plänen.

Der OB, dem Kleingärten nicht fremd sind, konnte verstehen, dass die Schrebergärtner „mit Herzblut“ an ihrem Areal hängen. Aber Kompromisse sollten in Erwägung gezogen werden. Wenn eine Umsiedlung nicht möglich sei – wie einige argumentierten, dann sei es ein Fehler gewesen, diese Flächen ursprünglich überhaupt für Gärten zur Verfügung zu stellen. Zwischendurch erhitzten sich die Gemüter, rasch setzte sich aber wieder der sachliche Ton durch. Am Ende erhielt Mentrup eine Petition mit 11857 Unterschriften gegen die städtischen Pläne. -voko-

 
 

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