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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Mai 2017

Kultur: Elemente kippen, Kreise taumeln

GUNDULA BLECKMANN  am Abend der Hanna-Nagel-Preisverleihung vor ihrer Arbeit „Große Form Rot II“. Foto: Bastian

GUNDULA BLECKMANN am Abend der Hanna-Nagel-Preisverleihung vor ihrer Arbeit „Große Form Rot II“. Foto: Bastian

 

Hanna-Nagel-Preisträgerin Gundula Bleckmann zeigt „F O R M“ in der Galerie

Form ist für Gundula Bleckmann „alles“. Immer sei sie der Ansicht gewesen, sagte die Künstlerin in einem Ateliergespräch, dass „in der Form alles enthalten ist, alles drin sein müsste und kann“. Und so betitelt die diesjährige Hanna-Nagel-Preisträgerin, die von 1987 bis 1993 Malerei bei Gerd van Dülmen an der hiesigen Kunstakademie studierte, auch die Ausstellung im Forum der Städtischen Galerie mit „F O R M“, zeigt zwischen 2011 und 2017 entstandene Arbeiten.

Ihre geometrisch reduzierten Bilder wirken weich und heiter, ohne harte Kanten. „Hier springt ein Spalt auf, dort klafft etwas, aufgetürmte Form-elemente kippen, Kreise taumeln aus der Achse, Ringe haben Dellen“, schreibt Kirsten Voigt in ihrem Beitrag zum Katalog. Bleckmanns Vielecke hätten „haltgebende, einengende Gitter-Gefängnisse fröhlich verlassen, um träumenden Wolken gleich sich vor-, neben- und übereinander zu schieben“.

All dem wohne „Freundlichkeit“ inne und etwas „ungemein Zartes“. Die Künstlerin arbeite mit Eitempera, daraus resultiere die „samtig-weiche, fast wächsern wirkende Oberfläche der Bilder“, empfahl Galerie-Direktorin Dr. Brigitte Baumstark „genaues Hinsehen“. Der Hanna-Nagel-Preis, gestiftet 1998 von den damals fünf Karlsruher Präsidentinnen, erinnert an das Werk Nagels als bedeutender Vertreterin der „Neuen Sachlichkeit“, ist aber auch mit 2000 Euro dotiertes Instrument der Förderung von Künstlerinnen über 40.

„Der Preis von Frauen für Frauen“ zeichne nicht die ohnehin gekrönten Häupter erneut aus, sondern ermutige diejenigen, deren Weg oft steinig sei, sagte Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche kürzlich bei der Preisverleihung. Während die Veranstaltung früher im Rahmen Frauenperspektiven stattfand, ist sie ab 2018 Teil der Europäischen Kulturtage - die Festivals wurden zusammengelegt. „F O R M“ läuft bis 2. Juli mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. -maf-

 
 

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