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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 12. Mai 2017

Erinnerungskultur: Keine weiteren Stolpersteine mehr

STOLPERSTEINE: Die Kooperation mit Gunter Demnig ist beendet. Foto: Fränkle

STOLPERSTEINE: Die Kooperation mit Gunter Demnig ist beendet. Foto: Fränkle

 

In der Fächerstadt erinnern 296 Stolpersteine an Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Weitere Steine werden wohl nicht hinzukommen, die Koordinationsgruppe Stolpersteine im Förderverein Karlsruher Stadtgeschichte beendete die Kooperation mit Gunter Demnig, der seit den neunziger Jahren europaweit Stolpersteine verlegt.

„Unüberbrückbare Gegensätze“ zu den Auffassungen Demnigs nannte Altstadtrat Dr. Hans-Jürgen Vogt, der Vorsitzende des Fördervereins, in einem Schreiben an Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche als Grund für das Ende der Zusammenarbeit mit dem Kölner Künstler, der in Karlsruhe seit 2005 mit Zustimmung des Gemeinderats Stolpersteine vor die letzten Wohnorte von NS-Opfern platzierte. Jetzt fordert Demnig ultimativ dazu auf, mit seinen Steinen  auch Überlebender und Angehöriger aus verfolgten Bevölkerungsgruppen zu gedenken.

Diese Änderung und Aufweichung der Strategie will der Förderverein nicht mehr mittragen. Ein Eingehen auf die Forderungen Demnigs führe zu „einer nicht mehr finanzierbaren Inflation von Steinen“ und stehe auch der Karlsruher Erinnerungskultur entgegen, heißt es in einer Pressemitteilung der Koordinationsgruppe. Ziel sei immer gewesen, dass Bürger, Schulklassen, gesellschaftliche Gruppen, die Stolpersteine anregten und finanzierten, sich auch mit den Biografien der Opfer auseinandersetzten. -trö-

 
 

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