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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Januar 2017

Vesperkirche: „Vesperkirche ist gelebte Solidarität“

Rege besucht war der Eröffnungsgottesdienst der Vesperkirche in der Johanniskirche. Noch bis zum 5. Februar erhalten Bedürftige eine warme Mahlzeit, sowie Sozialberatung oder Arztsprechstunde. Foto: Knopf

Rege besucht war der Eröffnungsgottesdienst der Vesperkirche in der Johanniskirche. Noch bis zum 5. Februar erhalten Bedürftige eine warme Mahlzeit, sowie Sozialberatung oder Arztsprechstunde. Foto: Knopf

 

Es ist mittlerweile eine gute Tradition in der Fächerstadt. Bereits zum vierten Male öffnete die Vesperkirche in der Südstadt ihre Pforten. Bedürftige erhalten hier für einen geringen Obolus von einem Euro eine warme Mahlzeit (täglich von 11 bis 16 Uhr). Kaffee, Tee und Obst gibt es obendrein sowie einen kostenlosen Vesperbeutel.

Doch das ist längst nicht alles: Auch Sozialberatung, Arztsprechstunde oder gar eine neue Frisur erhalten die Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, gratis. Zeitungen, Bücher oder Brettspiele liegen aus. Mit einem Gottesdienst wurde die Vesperkirche in der Johanniskirche (bis zum 5. Februar) am Werderplatz am vergangenen Sonntag feierlich eröffnet. „Die Vesperkirche ist weit mehr als eine günstige Gaststätte. Es geht auch darum die Seele zu nähren und satt zu machen.

Es ist ein Ort der Begegnung. Von dem guten Geist hier zehren viele“, sagte Pfarrer Wolfgang Stoll vom Diakonischen Werk bei der Eröffnungsmesse. Auch in diesem Jahr werden wohl wieder weit mehr als 7000 Essen ausgegeben. Rund 400 Ehrenamtliche sorgen für Zubereitung und Service am Brennpunkt Werderplatz. „Es steckt unheimlich viel ehrenamtliches Engagement in der Vesperkirche. Viele helfen hier mit. Auch die Bedürftigen selbst sind in die Organisation mit eingebunden. Das ist uns sehr wichtig“, betonte Pfarrerin und Initiatorin Lara Pflaumbaum.

Aus der karitativen Aktion ist einiges entstanden. So gibt es seit dem Sommer das „Cafe DIA“ im vorderen Bereich der Kirche, das auch nach dem Februar weiter bestehen wird. „Das ist ein Anlaufpunkt für die Menschen über die Vesperkirche hinaus. Es ist eine Wohlfühlumgebung in der beispielsweise Workshops stattfinden“, so Pflaumbaum. Sogar ein eigener Vesperkirchenchor existiert mittlerweile. Der Andrang bei den unwirtlichen Temperaturen war in jedem Fall enorm – bei der Eröffnung sowie an den Folgetagen. „Diese Initiative steht für gelebte Solidarität“, brachte der evangelische Stadtdekan Thomas Schalla die Idee der Vesperkirche auf den Punkt. -voko-

 
 

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