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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Mai 2017

Integrierte Leitstelle: Alles ist jetzt in einer Hand

IN DER LEITZENTRALE: ILS-Chef Stefan Sebold (m.) erklärt Innenminister Strobl (r.) und OB Mentrup (l.) sowie Landrat Schnaudigel wie ein Arbeitsplatz mit vier Bildschirmen funktioniert. Foto: Fränkle

IN DER LEITZENTRALE: ILS-Chef Stefan Sebold (m.) erklärt Innenminister Strobl (r.) und OB Mentrup (l.) sowie Landrat Schnaudigel wie ein Arbeitsplatz mit vier Bildschirmen funktioniert. Foto: Fränkle

 

Integrierte Leitstelle von Stadt, Landkreis und DRK offiziell in Betrieb genommen

Nun auch offiziell in Betrieb ging vorige Woche Donnerstag nach drei Lasttests unter Echtbedingungen die neue Integrierte Leitstelle (ILS) als größte des Landes. Getragen von Stadt, Landkreis und Deutschem Roten Kreuz (DRK) ersetzt sie in der Zimmerstraße 1 neben der künftigen Hauptfeuerwache die bisher im Landratsamt angesiedelte Leitstelle der Feuerwehren von Stadt und Kreis sowie die Bruchsaler Rettungsleitstelle des DRK.

„Das markante und kühne Gebäude am Stadteingang ist ein wesentlicher Baustein der Gefahrenabwehr und Bindeglied zwischen Bürgern und Einsatzkräften, ein echter Sicherheitsgewinn“ versicherte Landesinnenminister Thomas Strobl. Jährlich werden künftig von hier aus etwa 6000 Feuerwehreinsätze und 130000 im Rettungsdienst koordiniert, „also Alles was Blaulicht auf dem Fahrzeug hat und nicht zur Polizei gehört“, so Strobl. Als „gute Investition für die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Menschen“ bezeichnete OB Dr. Frank Mentrup die rund 22,4 Millionen Euro teure Zentrale.

Den Löwenanteil trägt die Stadt, 700000 steuerte das Land bei, und die in der Summe enthaltenen Kosten für die Technik von 5,6 Millionen teilen sich Kreis, DRK und Stadt im Verhältnis 25:50:25. Der Kostenanteil des Landkreises beträgt 1,25 Millionen, daneben beteiligt sich der Kreis jährlich mit 130000 Euro an den Betriebskosten. „Alles aus einer Hand“ spare im Notfall wichtige, lebensrettende Minuten, stellte Mentrup klar.

„Den Menschen ist egal, wo sie anrufen, sie wollen, dass schnell unbürokratisch geholfen wird“, stimmte ihm Landrat Dr. Christoph Schnaudigel zu. Er bezeichnete die Leitstelle „als Musterbeispiel interkommunaler Zusammenarbeit, auch in einem sehr positiven Miteinander“ der Beschäftigten. „Stolz auf das hier Geleistete“ zeigte sich der Vorsitzende des DRK-Kreisverbands, der frühere Innenminister Heribert Rech: „Hilfe braucht Strukturen, und solche werden mit der ILS deutlich und nachhaltig gesetzt“. Architekt Florian Schramm wies auf die „Komplexität des Leuchtturmprojekts“ hin. Das Passivhaus sei etwa Noteinsatzzentrale, Verwaltungsgebäude, Herberge, Schulungseinrichtung und Schutzraum.

Besetzt ist die ILS rund um die Uhr mit vier bis 15 Disponenten der Träger. Um höchstes Niveau zu gewährleisten, sind immer Mitglieder der Feuerwehr und des Rettungsdienstes gleichzeitig im Dienst. Sie bearbeiten von der Notrufnummer 112 einlaufende Hilfegesuche. Weiterhin geschaltet ist auch die 19 222. Zuständig sind sie für rund 750000 Menschen. -cal-

 
 

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