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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 26. Mai 2017

Kultur: Als sich Mensch und Tier trafen

MAMMUT UND GÜRTELTIER beeindrucken im Naturkundemuseum in der noch bis 28. Januar 2018 laufenden Schau „Amerika nach dem Eis. Mensch und Magafauna in der Neuen Welt“. Foto: MMG

MAMMUT UND GÜRTELTIER beeindrucken im Naturkundemuseum in der noch bis 28. Januar 2018 laufenden Schau „Amerika nach dem Eis. Mensch und Magafauna in der Neuen Welt“. Foto: MMG

 

„Amerika nach dem Eis“ konfrontiert im Naturkundemuseum mit seltenen Exponaten

Mit der von Alt und Jung gut angenommenen Ausstellung „Amerika nach dem Eis – Mensch und Megafauna in der Neuen Welt“, erarbeitet vom und gezeigt im Naturkundemuseum gilt erstmals eine Schau der Besiedlung Amerikas, dem Auftauchen der ersten Menschen und dem gleichzeitigen Verschwinden von großen Tieren wie Mammuts oder Riesenfaultieren.

Vermutlich gaben neben klimatischen und damit Veränderungen der Nahrungsgrundlage vor allem jagende Menschen Urzeit-Tieren den Garaus. Nach Nordamerika gekommen waren Menschen vor 30.000 Jahren von Südwesten über das Packeis. Ihren Wegen folgt auch die Ausstellung: von der Bering-Landbrücke, einst Verbindung Sibiriens mit Alaska, über Nord- und Mittelamerika, etwa Mexiko, bis nach Südamerika und an dessen Südspitze Feuerland.  Präsentiert werden für die jeweilige Region typische, präparierte Tiere oder Skelette.

Darunter sind Moschusochse, Bison, Wolf, Puma oder Jaguar  aber auch ihre längst ausgestorbenen, weit größeren Verwandten. Das Gyptodon, das urzeitliche Gürteltier, nahm es locker mit einem VW Käfer auf und erreichte mit 2000 Kilo das 40-Fache heutiger Riesengürteltiere. Die Schau beeindruckt aber auch mit dem Skelettabguss  eines Kurznasenbären, neben dem heutige Bären wie Spieltiere wirken. Oder  dem riesigen Originalskelett einer Siedler-Säbelzahnkatze und einem ebensolchen Schädel des Wüsten-Bodenfaultiers. Ein eigens gebautes Modell eines Shasta-Bodenfaultiers scheint das längst ausgestorbene Wesen wieder zum Leben zu erwecken. Europaweit einzigartig ist die „Seniora de las Palmas“, die ebenfalls für die Schau entstandene,  lebensechte Rekonstruktion einer gedrungenen Frau wegen ihres 11000 Jahre alten Skeletts.

Die Wissenschaftler unter Leitung von Museumsleiter Dr. Norbert Lenz  zeigen aber auch bedeutende Fundstellen,  etwa mit einem Diorama La Brea Tar Pits (Kalifornien). Dort kommt natürlicher Asphalt an die Erdoberfläche – tödliche Falle für zahllose Tiere, die sich hier erhalten haben. Aus Clovis stammen die bekanntesten amerikanischen Steinzeit-Werkzeuge. Auf der  Insel Feuerland endet der Ausstellungsrundgang mit seltenen Fotos von bis Anfang des 20. Jahrhunderts dort lebenden indianischen Jäger- und Sammlervölkern, deren Lebensgrundlage weiße Siedler zerstörten. Begleitprogramm: naturkundemuseum-karlsruhe.de. -cal-

 
 

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