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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 2. Juni 2017

Karlsruhe zeigt an Pfingstsamstag Flagge für Toleranz und Weltoffenheit: Stadt will starkes Signal senden

KARLSRUHE ZEIGT FLAGGE: In der Pfinztalstraße verdeutlichen an der Weihnachtsbeleuchtung aufgehängte  Banner das Motto, unter dem sich die Stadt dem Aufmarsch der Rechten in Durlach entgegenstellt. Foto: Fränkle

KARLSRUHE ZEIGT FLAGGE: In der Pfinztalstraße verdeutlichen an der Weihnachtsbeleuchtung aufgehängte Banner das Motto, unter dem sich die Stadt dem Aufmarsch der Rechten in Durlach entgegenstellt. Foto: Fränkle

FARBE BEKENNEN: OB Mentrup (3. v. l.) und Organisatoren stellten die Vielfalt des Protests am 3. Juni den Medien vor. Foto: Fränkle

FARBE BEKENNEN: OB Mentrup (3. v. l.) und Organisatoren stellten die Vielfalt des Protests am 3. Juni den Medien vor. Foto: Fränkle

 

Vielfältiger Protest gegen Aufmarsch der Rechten in Durlach / CSD in Innenstadt

Vielfältig, bunt, vor allem friedlich soll er sein, der Protest der Stadtgesellschaft gegen den Aufmarsch Rechtsextremer am Pfingstsamstag in Durlach. Welche Akzente sie dabei setzen wollen, erläuterten OB Dr. Frank Mentrup und Akteure der unterschiedlichen Aktionen am 3. Juni am Dienstag vor den Medien.

Die Stadt müsse den Aufzug der Rechten zwar hinnehmen, lasse sich von diesen aber nicht die Inhalte des Tags diktieren, kündigte Mentrup für den morgigen Samstag „ein starkes Signal für ein friedliches und gewaltfreies Zusammenleben“ an. Der OB setzt darauf, dass sich Tausende Menschen dem Aufruf von Stadt und 120 Organisationen, Verbänden und Gruppen der Zivilgesellschaft anschließen und morgen an den Aktionen für Weltoffenheit und gegen dumpfe Einfalt anschließen.

Der Jugend das Wort

Gelegenheit dazu gibt es zunächst bei der von der Stadt in einem breiten Bündnis mit dem Netzwerk gegen Rechts getragenen Versammlung „Karlsruhe zeigt Flagge“ ab 12.30 Uhr am Durlacher Bahnhof. Dabei treten die erwarteten 3.500 Teilnehmer für Grund- und Menschenrechte und gegen Hass und Gewalt ein und wenden sich entschieden gegen den Aufzug der Partei „Die Rechte“, der um 13 Uhr in unmittelbarer Nachbarschaft mit einer Kundgebung beginnt. Bei „Karlsruhe zeigt Flagge“ sprechen neben OB Mentrup und Staatssekretärin Bärbl Mielich auch Vertreter fast sämtlicher in Gemeinderat, Landtag oder Bundestag vertretenen Parteien und Gruppierungen.

Von der Versammlung aus startet ein vom DGB organisierter Demozug des „Netzwerks gegen Rechts“ mit erwarteten 3.500 Teilnehmern durch die Pfinztalstraße bis zur Höhe der Karlsburgstraße. Dort ist in Hör- und Sichtweite der Zwischenkundgebung der Rechten eine Abschlusskundgebung, bei der die Organisatoren „hauptsächlich die Jugend zu Wort kommen lassen“, betonte der Karlsruher DGB-Vorsitzende Dieter Bürk. Friedlicher und bunter Protest sei, so Bürk, „vor allem auch ein Jugendthema“.

Bunte Liebe zeigen

Flagge für Vielfalt und Toleranz zeigt die Fächerstadt auch einige Kilometer weiter westlich. Unter dem Leitthema „Bunte Liebe statt brauner Hass“ startet die Demoparade des diesjährigen Christopher Street Day (CSD) um 14 Uhr vom Stephanplatz aus ihren Zug durch die Karlsruher Innenstadt. Für CSD-Organisator Karsten Kremer hat die Parade für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transgender auch „die politische Dimension des Eintretens für eine offene Gesellschaft“. Um 16 Uhr ist dann wiederum auf dem Stephanplatz eine Kundgebung mit Bühnenprogramm, bei der auch OB Mentrup und der Generalintendant des Staatstheaters Peter Spuhler als Schirmherr des CSD sprechen.

Sich einmischen

Und im Badischen Staatstheater zeigt Karlsruhe dann des Abends Flagge. Für Peter Spuhler gehört das sich Einmischen in die Gesellschaft und die Teilnahme am „Aktionstag 3. Juni“ zum Selbstverständnis. Sein Haus sei „ein offenes Theater in einer offenen Gesellschaft“ und könne seine Qualität „nur in der Internationalität entwickeln“, unterstrich der Generalintendant. Als Eigenbeitrag stehen im Theater an der Baumeisterstraße ab 20 Uhr unter dem Titel „Für Vielfalt und Zivilcourage“ Impulse und Diskussion mit dem OB, der Publizistin Lina Bednarz und Mekonnen Mesghena von der Heinrich-Böll-Stiftung auf dem Programm.

Hock für Vielfalt

Und auch Durlach selbst positioniert sich eindeutig gegen die rechten Umtriebe. Die ehemalige Markgrafenstadt zeigt mit Bannern und Plakaten Flagge, Geschäftsleute verhüllen morgen Türen und Fenster zur „Geisterdemo“, Tausende Schüler stellten gestern vor der Karlsburg bunte Gemälde gegen braunen Hass vor, und am heutigen Freitag ist ab 17 Uhr auf dem Saumarkt ein Hock für Viel- und gegen Einfalt. Die Geschäfte der Altstadt haben heute bis 21 Uhr offen, der Wochenmarkt bis 18 Uhr. Weitere Infos zum 3. Juni unter: www.karlsruhe.de/dritterjuni. -trö-

 
 

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