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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 23. Juni 2017

Fregatte Karlsruhe: Flaggen sind eingeholt

DIE LETZE BESATZUNG der Karlsruhe V ist in Paradeformation angetreten. So stand sie in Reih und Glied, als ihre Fregatte am vorigen Freitag in Wilhelmshaven offiziell außer Dienst gestellt wurde. Foto: Homberg

DIE LETZE BESATZUNG der Karlsruhe V ist in Paradeformation angetreten. So stand sie in Reih und Glied, als ihre Fregatte am vorigen Freitag in Wilhelmshaven offiziell außer Dienst gestellt wurde. Foto: Homberg

ZEREMONIELL: Die eingeholte Flagge wird mit allen Zeichen verwahrt. Foto: Homberg

ZEREMONIELL: Die eingeholte Flagge wird mit allen Zeichen verwahrt. Foto: Homberg

 

Städtische Delegation nimmt offiziell Abschied / Patenschiff soll nicht das letzte gewesen sein

Freitag, 16. Juni, 10.48 Uhr. Die Bundesflagge am Heck der Fregatte „Karlsruhe“ ist feierlich eingeholt. Die in Paradeformation angetretene letzte Besatzung des Patenschiffs der Fächerstadt geht endgültig von Bord. Nach 33 Jahren ist die Karlsruhe außer Dienst gestellt. Peter Berendes hatte seinerzeit als FDP-Stadtrat die Indienststellung mitgefeiert. Vorige Woche war er Mitglied der offiziellen Delegation, die zur Außerdienststellung nach Wilhelmshaven gefahren war.

Geleitet hat die Delegation SPD-Stadträtin Elke Ernemann als Vertreterin des Oberbürgermeisters. Mit dabei waren auch die Stadträte Sven Maier (CDU) und Uwe Lancier (KULT) sowie Ehrenbürger und Ex-OB Heinz Fenrich. Dessen Frau Gabriele hatte zuletzt mit den Weihnachtsbäckerinnen die süßen Grüße aus der Patenstadt verantwortet, die seit Jahrzehnten im Advent die Besatzungen beglückten. Egal, ob die Karlsruhe gerade im Heimathafen Wilhelmshaven lag oder bei einem Einsatz irgendwo in der Welt unterwegs war. Diese Tradition nannte der Kommandeur des vierten Fregattengeschwaders, Fregattenkapitän Dirk Jacobus, ein gutes Beispiel für die lebendige Patenschaft zwischen Stadt und Schiff.

Auch Ernemann bezeichnete die Beziehungen zwischen der Fächerstadt und „unserem“ Schiff als etwas ganz Besonderes. Deshalb beende man diese mit weinendem Auge. Dass es in Karlsruhe auch Kritiker einer solchen Verbindung gibt, ließ sie nicht unerwähnt, brachte aber Hoffnung auf doch noch eine Karlsruhe VI zum Ausdruck. Beim Empfang nach Außerdienststellungs-Zeremoniell wurde der letzte Kommandant, Fregattenkapitän Christian Clausing, deutlicher: Er verwies auf die in der Entwicklung befindlichen Schiffe vom Typ MKS 180. Eines davon könnte Karlsruhe heißen. Entsprechende Eingaben liegen bei Marineführung und Verteidigungsministerium vor.

Auch was die künftige Pflege der Patenschaft auf bürgerschaftlicher Ebene anlangt, ist der Boden bereitet: Der Freundeskreis Fregatte Karlsruhe und die zugehörige Freundschaftsgesellschaft haben sich noch in Wilhelmshaven aufgelöst – rund 65 Mitglieder waren an die Waterkant gekommen. Umgehend gründete sich auch ein neuer Verein, der in Zukunft die Beziehungen zu ehemaligen Karlsruhe-Fahrern und zu Marineangehörigen im Allgemeinen sowie nach etwaiger Indienststellung einer sechsten Karlsruhe die Freundschaft mit diesem Schiff und seinen Besatzungen als Ehrenpflicht pflegt.

Die Karlsruhe V wird in etwa einem Monat in die Ostsee geschleppt. Dort dient sie für rund zwei Jahre der deutschen und der niederländischen Marine für so genannte Ansprengungsversuche. Dazu ist das Schiff mit verschiedenen Materialien modernster Bauart wie etwa besonderen Stoßdämpfern für die Motoren ausgestattet. Mit Tests soll hier ermittelt werden, welche Stoffe zum Schutz neuer Schiffe besonders geeignet sind. Dann wohl auch für die MKS 180 – und möglicherweise eine neue „Karlsruhe“.
-erg-

 
 

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