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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 30. Juni 2017

Gemeinderat: Ganztagsschul-Debatte

Antrag für klare Teilung / Verbindlichkeit nach Bedarf

War Karlsruhe vor wenigen Jahren noch landesweit Schlusslicht in Fragen der Ganztagsbeschulung, hat die Fächerstadt mit Sieben-Meilen-Stiefeln aufgeholt. CDU, SPD und GRÜNE forderten nun aber interfraktionell eine stadtteilbezogene Sozialraumplanung, um eruieren zu können, wo es Ganz-, wo Halbtagsstandorte geben sollte.

Ferner plädierten sie für eine weitere Klausur der Schullandschaft nach dem Landes-Ganztagsgipfel. Vor allem sollen neue Ganztagsgrundschulen wie schrittweise bestehende verbindlich gestaltet werden. Der Antrag zeige, betonte Sibel Habibovic (SPD), „dass wir die Qualität weiterentwickeln wollen“. Renate Rastätter (GRÜNE) unterstrich: „Soziales Lernen ist wichtig.“ Es bedürfe struktureller Wahlfreiheit der Eltern analog zu Landesvorgaben verbindliche Ganztagsgrundschule, Halbtag, flexible Betreuung.

Während AfD (pro Hort) und FDP der CDU vorwarfen, sich von Rot-Grün einspannen zu lassen, erklärte Christdemokrat Detlef Hofmann: „Man darf nicht, wie groß der Bedarf auch ist“, bei Nachvollziehbarkeit für Ausnahmen ob überzeugender Konzepte, doch weiteren Ganztagsschulen ohne grundlegende städtische Strategie zustimmen. Es sei nicht so, sagte er AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt, der wie Karl-Heinz Jooß (FDP) Bevormundung von Eltern, Übergehen von Kinderwünschen ohne echte Wahlfreiheit kritisiert, dazu eine so hohe Nachfrage bezweifelt hatte, dass alle Schulen zur Verbindlichkeit gebracht werden sollten.

Mischklassen aber verhinderten den Antragsstellern zufolge konstruktive Rhythmisierung. Oft sei der Vormittag vollgepackt, ehe sich im Grunde Bespaßung anschließe, daheim noch Hausaufgaben anfielen, Vereine und Familien zu kurz kämen. Friedemann Kalmbach (GfK): „Wenn Qualität, Freiheit, Bildungsgerechtigkeit gegeben sind, können wir den Antrag mitgehen.“ KULT tat das überzeugt, Jürgen Wenzel (FW) wollte abbremsen. Alle Akteure sollten im Boot bleiben, war der Verwaltung wichtig. So warnte OB Dr. Frank Mentrup zur Raumplanung: „Gibt nichts Dramatischeres, als wenn die Stadt weiß, wo es Bedarf gibt. Und dann finden Sie keine Schule, die das angeht.“ -mab-

 
 

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