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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Juli 2017

Hauptfeuerwache: Erstmals Recycling-Beton im Einsatz

Bau der Hauptfeuerwache als städtisches Pilotprojekt / Zwei Prozent Mehrkosten

Etwa 75 Prozent des Mülls in Baden-Württemberg sind Bauabfälle. Jährlich belasten 30 Millionen Tonnen dieser Reststoffe die Umwelt, weil sie nur teilweise verwertet werden.

Für Abbruch aus Stahlbeton und Mauerziegel bedeutet dies bisher oft eine dauerhafte Deponierung, dabei kann sortenrein erfasster Abbruch wieder als Zuschlag in einem hochwertigen Beton eingesetzt werden. Während dies in der Schweiz schon seit rund zehn Jahren verbreitete Praxis ist, haben Einsätze in Deutschland noch Pilotcharakter. Die Stadt Karlsruhe setzt beim Bau der Hauptfeuerwache erstmals ressourcenschonender Ortbeton (RC-Beton) ein.

„In Baden-Württemberg haben wir noch kein flächendeckendes Angebot für ressourcenschonenden Beton“, bedauert Anne Sick, Leiterin des Amtes für Hochbau und Gebäudewirtschaft. Wegen des geringen Angebots und mangelnder Bekanntheit scheuten sich Planungsbüros und Bauherren vor dem Einsatz und wegen der geringen Nachfrage sei es für die Baustoffindustrie nicht attraktiv, Angebote aufzubauen. Mit dem Einsatz auf der ersten städtischen Baustelle soll ein Beitrag zu einer gesteigerten Nachfrage geleistet werden.

„Über 3.600 Kubikmeter RC-Beton fließen in die große Bodenplatte der neuen Hauptfeuerwache“, erklärt Bauleiter Andreas Mädche vom Architekturbüro H III S harder stumpfl schramm. Für das Projekt müsse der Baustoff leider noch außerhalb des Stadt- und Landkreises bezogen werden. Dadurch komme der Preisvorteil des Materials nicht zum Tragen, die Mehrkosten für die gesamte Bodenplatte lägen bei zwei Prozent. Durch günstige Ausschreibungsergebnisse liege der Rohbau aber immer noch unterhalb des berechneten Rahmens. Der Ortbeton für die Hauptfeuerwache enthalte etwa fünf Prozent an wiederverwendetem Betonabbruch. Trotzdem entspreche er noch zu 100 Prozent den technischen Anforderungen für diesen Einsatz.

Um das Angebot für RC-Beton zu verbessern, steht die Stadt in ersten Kontakten mit Karlsruher Anbietern von Recyclingmaterial und Transportbeton. „In Zukunft soll der in der Stadt anfallende Abbruch auf ganz kurzem Wege wieder in vollwertigem Beton zum Einsatz kommen", wünscht sich Sick für die städtischen Baustellen. -red-

 
 

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