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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 7. Juli 2017

Städtepartnerschaften: Europas Motor und Bastion sein

HISTORISCH: Delegierte und Gastgeber hielten das denkwürdige Treffen zu Beginn des Arbeitstages auf dem nach Lothringens letztem Herzog benannten Stanislaus-Platz fest. Foto: Ville de Nancy

HISTORISCH: Delegierte und Gastgeber hielten das denkwürdige Treffen zu Beginn des Arbeitstages auf dem nach Lothringens letztem Herzog benannten Stanislaus-Platz fest. Foto: Ville de Nancy

Gemeinsame Runde im gemeinsamen Sinne. Foto: Ville de Nancy

Gemeinsame Runde im gemeinsamen Sinne. Foto: Ville de Nancy

 

Gemeinsames Plenum und Workshops: Gemeinderäte Karlsruhes und Nancys setzen Zeichen

Historisch und zukunftsgewandt war das Arbeitstreffen mit erster gemeinsamer Sitzung der Gemeinderäte von Karlsruhe und Nancy. Kamen sie doch Sonntag im Rathaus der lothringischen Partnerstadt zusammen, „um ein starkes Signal auszusenden“. So ordneten Gremien und Stadtoberhäupter ihr Streben in einer pro-europäischen Deklaration ein. Gerade in Zeiten von Brexit und Donald Trump sollten Deutschland und Frankreich wieder als Motor auftreten, war oft zu hören. Und, dass zum Kontinent auch Russland zähle, dem avisierten trilateralen Bündnis mit Krasnodar Strahlkraft mit Potenzial beizumessen sei.

Der Delegation gehörten unter anderem an: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, Erster Bürgermeister Wolfram Jäger, Bürgermeister Michael Obert, ein gutes Dutzend Stadträtinnen und Stadträte sowie Verwaltungsspitzen. Um die Interaktion von Karlsruhe und Nancy voranzubringen, widmeten sich vier Arbeitsgruppen Wirtschaft, Europa, Kultur und Jugend. Dabei ging es unter anderem um Fachkräftemangel, Förderung, Kammern und Cluster, Europa-Pädagogik, Künstleraustausch und gemeinsame Werke, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Zwei-, mit Englisch Dreisprachigkeit. „Es zeigt sich, dass wir weiteren Diskussionsbedarf haben“, blickte Delegationsleiter Mentrup voraus, lud zum Gegenbesuch im nächsten Jahr ein. Was es in 62 Jahren Partnerschaft bislang nicht gegeben hatte, soll ein Instrument werden für noch mehr konstruktiv offenen Austausch. „So werden wir es wahrscheinlich schaffen“, brachte Nancys Oberbürgermeister Lauren Hénart die gemeinsame Hoffnung zum Ausdruck, „dass unsere Politik auch bei den Bürgern ankommt“.

So stark sich die kommunalen Strukturen – in Plenumsvorträgen zum Verständnis erläutert – auch unterscheiden, gibt es doch viele gemeinsame Herausforderungen und Ziele. Von einer insgesamt Beispiel gebenden einmaligen Zusammenkunft sprach Jean-Michel Berlemont, Beigeordneter für Internationale Beziehungen. Nie selbstverständlich dürfe Europa werden. Als dessen „großer Verfechter“ und Karlsruhe-Nancy-Akteur seit rund fünf Dekaden nannte Jäger die stete Weiterentwicklung der Partnerschaft „meinen Traum“. Alle samt jeweiligen Werbens für mehr Regionalität ersonnenen und weitere Schritte seien im Sinne des festen und doch flexibel gestaltbaren Bandes notwendig, erklärte Mentrup an der Seite seines Amtskollegen, „damit wir im Weltensturm eine starke Bastion bilden“. -mab-

 
 

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