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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Juli 2017

Hauptausschuss: Bedarf der Kulturkreative anerkannt

Hinterm Hauptbahnhof. Foto: Fränkle

Hinterm Hauptbahnhof. Foto: Fränkle

 

Hinterm Hauptbahnhof: Workshop-Ideen als Diskussionsgrundlage für andere Gebiete

Vor zwei Jahren beschloss der Gemeinderat, die Ateliersnutzung auf dem Areal „Hinterm Hauptbahnhof“ wegen schwerwiegender baulicher Mängel aus Sicherheitsgründen zu beenden und zugleich einen Leitbildworkshop durchzuführen.

Am Dienstag nahm der Hauptausschuss unter Vorsitz von OB Dr. Frank Mentrup den Schlussbericht zur Beendigung der Ateliernutzung zur Kenntnis. Das Gremium befürwortete die vor einem Jahr im Workshop entwickelten Denkanstöße. Einstimmig beauftragte er die Verwaltung, die Ergebnisse als Diskussionsgrundlage zu betrachten, wenn sich an anderer Stelle im Stadtgebiet dafür räumliche Möglichkeiten ergeben. An anderer Stelle deshalb, weil es mittlerweile intensive Gespräche gibt mit Ralph Dommermuth, Vorstandsvorsitzender der United Internet AG, der großes Interesse nicht nur am östlichen Grundstücksteil hat, sondern an einer Bebauung von rund 80 Prozent des gesamten Entwicklungsquartiers Süd, inclusive Heizkraftwerk. Den Verkauf an den Investor befürwortete der Gemeinderat im April.

In der Diskussion bedauerten die Ausschussmitglieder, dass die gemeinsam mit der Bürgerschaft entwickelten Ideen nun vom Areal „rund ums Heizkraftwerk“ losgekoppelt werden müssen. Die Verwaltung werde, so Mentrup, schauen, ob etwa im Gewerbegebiet Grünwinkel Räume zur künstlerische-kreativen Nutzung verstärkt angeboten werden können. Dort wird derzeit über ein Beteiligungsprojekt an einem lebendigen Gewerbequartier gearbeitet – eines der Ziele ist, Brachflächen und Leerstand zu reaktivieren. Immerhin setze sich der Investor mit städtebaulichen Fragestellungen rund um das Areal auseinander, „in den weiteren Prozess sollten hier Workshop-Ideen zum städtebaulichen Leitbild einfließen, meinte etwa SPD-Stadträtin Elke Ernemann. Seine Fraktion sei unzufrieden, wie mit den Workshop-Ergebnissen vor Ort umgegangen wird, aber „glücklich über alle Maßnahmen, die sonst noch geschehen sollen“, betonte KULT-Stadtrat Erik Wohlfeil. Gut, dass der Bedarf „für Kultur als besonderen Ort“ als solcher anerkannt wird, konnte auch GRÜNE-Stadträtin Dr. Ute Leidig dem Umstand, dass die ursprüngliche Workshop-Intention durch den Investor ein stückweit überholt ist, noch etwas Positives abgewinnen.

Der letzte Künstler hatte Ende April die Schlüssel seiner Räume zurückgegeben. Insgesamt sei eine weitgehend einvernehmliche und konfliktfreie Herausgabe der Räume erreicht worden, so die Verwaltung. -rie-

 
 

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