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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Juli 2017

Jugendhilfeausschuss: Kita-Ausbau voranbringen

Mehr Plätze vonnöten

„Zum Teil schwer verdauliche Kost“ mutete Bürgermeister Martin Lenz dem Jugendhilfeausschuss mit der Bedarfsanalyse zur Kinderbetreuung zu. Trotz intensiven Ausbaus fehlten in 14 von 27 Stadtteilen Betreuungsplätze - in der Oststadt, Südweststadt, Weststadt, Südstadt, Durlach und Mühlburg sogar im dreistelligen Bereich, erfuhren dessen Mitglieder bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause.

Auch bereits im Plan enthaltene Projekte, die bis September 2018 insgesamt 354 zusätzliche Plätze für Kinder unter drei Jahren und 434 für Mädchen und Jungen im Grundschulalter bringen, behöben das Problem nicht. Der rechnerische Fehlbedarf belaufe sich nach Angaben von Mirja Kinnunen von der Sozial- und Jugendbehörde auf je rund 1 000 Plätze und übersteige damit bei weitem die Überdeckung in sechs Stadtteilen. Seit 2015 hält der Ausbau nicht mehr Schritt. Gründe sieht die Fachfrau darin, dass Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Einrichtungen ausgeschöpft und Standorte für Neubauten rar seien. Außerdem lasse sich bei Kita-Trägern eine gewisse „Sättigung“ beobachten.

Den Engpass in der sozialen Infrastruktur als Folge des Zuzugs und steigender Geburten wertete Bürgermeister Martin Lenz trotz allem als gutes Zeichen einer prosperierenden Stadt. Versäumnisse gebe es nicht. Lenz versprach, im Herbst eine Prognose des künftigen Bedarfs und der finanziellen Auswirkungen vorzulegen. Damit war der Ausschuss einverstanden. Angesichts der „erschreckenden“ Zahlen gelte es, weiter gemeinsam anzupacken.

Kein Weg führte für den Rat auch an der in Karlsruhe 1999 eingeführten Schulsozialarbeit vorbei. Seit 2015 beim Sozialen Dienst als eigenständiges Fachgebiet angesiedelt, versorgt sie derzeit 62 Schulen mit ihrer Expertise und gilt auch Lehrerinnen und Lehrern angesichts aktueller Herausforderungen wie Inklusion, Ganztagsschule oder der Zunahme verhaltensauffälliger Schüler als unverzichtbar. Künftig müsse sich Schulsozialarbeit auf spezifische Bedürfnisse von Schulen konzentrieren, war man sich einig. Vor allem Berufsschulen mit ihrem Zuwachs an jugendlichen Migranten bräuchten Unterstützung.

Zustimmung gab es auch für die Fortschreibung des Konzepts zur Beteiligung des Stadtjugendausschusses. Es ermuntert Kindern und Jugendliche, sich temporär oder auf Dauer für Themen einzusetzen, die ihnen wichtig sind und lässt sie Demokratie vor Ort erleben. Eine Neuerung: Die beliebte Jugendkonferenz wird nicht mehr alle zwei Jahre, sondern in einjährigem Turnus veranstaltet – über die Ergebnisse berichten die Akteure dann im November erstmals im Jugendhilfeausschuss. -maf-

 
 

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