Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Juli 2017

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Neues Konzept in der ambulanten Pflege

Gisela Fischer, SPD-Stadträtin

Gisela Fischer, SPD-Stadträtin

 

Mal ehrlich – wer von uns möchte seinen Lebensabend im Alters- oder Pflegeheim verbringen? Ich schätze die Wenigsten. Möglichst lange möchten wir im gewohnten Umfeld bleiben. Auch in unseren europäischen Nachbarländern sucht man angesichts der steigenden Lebenserwartung nach Lösungen in der häuslichen Betreuung.

Ein äußerst erfolgreiches Modell kommt dabei von unseren niederländischen Nachbarn. „Buurtzorg“ so der Name des wichtigsten holländischen Pflegenetzwerkes bedeutet soviel wie „Nachbarschaftshilfe“ und betreut heute schon 80.000 Menschen im Nachbarland (bei einer Gesamtbevölkerung von 17 Millionen) in ihrer häuslichen Umgebung. Die Zielsetzung von Buurtzorg lässt sich folgendermaßen beschreiben: „Wahrung der Eigenständigkeit und Unterstützung der Unabhängigkeit.“ Dieses Pflegekonzept orientiert sich an den individuellen Bedarfslagen der Nutzerinnen und Nutzer und sucht gemeinsam mit ihnen und informellen und professionellen Bezugspersonen schrittweise nach passenden Lösungen. Zunächst erfolgt eine Beratung und Begleitung der Patienten dahingehend, wie sie selbst dazu beitragen können, ihre Unabhängigkeit zu erhalten oder wieder zu erlangen. Der zweite Schritt ist dann der Aufbau eines informellen Netzwerkes bestehend aus Familienangehörigen oder Nachbarn und Freunden, die oft erfolgreich in die tägliche Betreuung mit einbezogen werden können.

Die nächste Ebene der Betreuung umfasst die tatsächlichen pflegefachlichen Tätigkeiten, die vom zuständigen BUURTZORG-Team geleistet werden. Dabei kommen sogenannte „community nurses“ ähnlich einer früheren Gemeindeschwester zum Einsatz. Abschließend bleibt noch der Aufbau, die Pflege und die Koordination eines stabilen verlässlichen formalen Netzwerkes bestehend aus Hausarzt, Spezialisten (etwa Physiotherapeuten), Apotheke, Krankenhaus, und gegebenenfalls. anderen lokalen und überregionalen Diensten (z.B. Dialyse), die Patienten in Anspruch nehmen.

„Buurtzorg“ in Karlsruhe

Auch in Karlsruhe gibt es inzwischen eine Vielzahl neuer Formen der Betreuung, die Buurtzorg teilweise ähnlich sind. Diese Basis können wir nutzen und im Vergleich unsere Betreuungsangebote bspw. die Quartiersprojekte in der Südweststadt oder in Daxlanden ausbauen und weiterentwickeln.

Gisela Fischer
SPD-Stadträtin

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe