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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 14. Juli 2017

Werderplatz: Verträgliches Miteinander fördern

SYMBOL: Rund um den Indianerbrunnen soll es ruhiger werden. Foto: Fränkle

SYMBOL: Rund um den Indianerbrunnen soll es ruhiger werden. Foto: Fränkle

 

Stadt will die Situation auf dem Werderplatz entschärfen / Paket an Maßnahmen geschnürt / Zustimmung im Hauptausschuss / Abschlussbericht

Mit einem Konzept aus bereits umgesetzten, eingeleiteten oder geplanten Maßnahmen will die Stadt zur Entschärfung der Situation auf dem Werderplatz beitragen. Ziel dabei ist, ein sozialverträgliches Miteinander aller Akteure auf dem Platz in der Südstadt zu fördern.

Das von einer Arbeitsgruppe aus städtischen Dienststellen, Polizei, Wohlfahrtsverbänden, Bürgergesellschaft und weiteren Akteuren geschnürte Paket zur Deeskalation, das OB Dr. Frank Mentrup am Dienstag im Hauptausschuss vorstellte, nahmen die Mitglieder zustimmend zur Kenntnis. Gleichzeitig beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, weitere Maßnahmen des Konzepts umzusetzen.

Die von den Fachleuten in mehreren Sitzungen erarbeiteten Bausteine ordnungsrechtlicher und sozialpolitischer Natur will die Stadt mit Anwohnern und Gewerbetreibenden in einer Bürgerbeteiligung vorstellen und diskutieren. Von der Beteiligung, die am vergangenen Samstag mit der ersten Runde startete, erhofft sich die Verwaltung auch weitere umsetzbare Vorschläge aus den Reihen der Betroffenen. Nach Abschluss de Beteiligung werde er bis Ende des Jahres dem Gemeinderat einen Endbericht zum Maßnahmenpaket vorlegen, sicherte OB Mentrup im Hauptausschuss zu.

Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen des Konzept gehört die Erhöhung der Präsenz von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst auf dem Werderplatz, die Einrichtung eines speziellen Bürgertelefons, das Gesuch nach einem zeitlich und örtlich begrenzten Alkoholverbot wie auch Gespräche mit Landkreis und Kassenärztlicher Vereinigung mit dem Ziel, Substitutionspraxen in der Stadt zu entlasten und neue im Landkreis zu gewinnen. Weiter sucht die Stadt die Zusammenarbeit mit Eigentümern und Investoren im Quartier, um Wohnraum für sozial Benachteiligte zu sanieren und zu erhalten und erteilte Gastronomen Ausnahmegenehmigungen zur Außenbewirtschaftung auf dem Werderplatz. Auch die Szene am Platz wurde nach ihrer Sicht der Möglichkeiten zur Verbesserung der Situation gefragt, zur Kontaktaufnahme mit den osteuropäischen Besuchern des Platzes eine Rumänisch sprachige Straßensozialarbeiterin eingesetzt.

Geplant sind eine lichttechnische Aufwertung der Beleuchtung auf dem Werderplatz und die Wiedereinführung eines „Straßenfeger-Teams“, das aus Personen aus der Szene besteht und unter Anleitung eines Sozialarbeiters den Platz und Teile der Südstadt reinigt. Im Gespräch ist auch die Einrichtung eines speziellen Raums für Drogenkonsum und einen zum Aufenthalt für die Szene, in dem Alkoholkonsum akzeptiert ist und tagesstrukturierte Angebote bereitgestellt werden. Weiter gehört die Sanierung der öffentlichen Toiletten unter dem Indianerbrunnen zu den geplanten Maßnahmen des Pakets. -trö-

 
 

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