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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 21. Juli 2017

Stadtgeschichte: Nachhaltiges Fest

BUGA 1967: Oberbürgermeister Klotz begrüßt am 11.  Mai die millionste Besucherin. Foto: Stadtarchiv

BUGA 1967: Oberbürgermeister Klotz begrüßt am 11. Mai die millionste Besucherin. Foto: Stadtarchiv

 

Bundesgartenschau vom 14. April bis 23. Oktober 1967

Für viele Karlsruherinnen und Karlsruher über 55 Jahre bleibt die Bundesgartenschau (BUGA) in guter Erinnerung. Die damals geschaffene Infrastruktur trägt heute noch zur Lebensqualität bei. Leidenschaftlich hatte Oberbürgermeister Günther Klotz sich seit 1961 für die Austragung eingesetzt.

1963 wurde ein eigenständiges Gartenbauamt eingerichtet und Robert Mürb zu dessen Leiter und Chefplaner für die Bundesgartenschau bestellt. Der Wiederaufbau war weitgehend abgeschlossen, was fehlte waren Grünanlagen.
Mürbs Konzept setzte auf ein Netz grüner Erholungsflächen in der Stadt, zeitgemäße Gärten und Parks zur Ruhe und zugleich als Spiel- und Begegnungsflächen sowohl für Kinder wie für Erwachsene. Die Ideenwettbewerbe sahen deshalb nicht die Rekonstruktion von Schloss- und Stadtgarten vor, sondern „moderne und menschengerechte“ Grünanlagen.

Im verwilderten Schlossgarten wurden die nicht mehr bestehenden Achsen als Blickachsen wieder aufgenommen, neue Pflanzengruppen als rhythmische Folge von Grünräumen in Beziehung zum Schloss zusammen mit einem durchdachten Wegekonzept neu angelegt. Hier und im Stadtgarten spiegelten polygonale Formen die Moderne ebenso wie die Wirkung von Wasser wider. Diese Gartenanlagen sind heute Kulturdenkmäler.

Das Konzept des „grünen Wegs“ für Fußgänger vom Bahnhof zum Schloss erwies sich dagegen in seiner Umsetzung als nicht nachhaltig, sind doch die damit geschaffenen Fußgängerunterführungen in den vergangenen Jahren wieder beseitigt worden. Nachhaltig wirkt dagegen die Schlossplatzstraßenunterführung samt Tiefgarage. Nebenbei konnte das Mittelparterre des Schlossplatzes abgesenkt und dadurch die Wirkung des Schlosses betont werden.

Das Defizit der Hälfte der städtisch verausgabten 38,5 Millionen DM brachte aber auch Kritik. Das wurde zum Bumerang für Klotz‘ Wunsch, die BUGA 1975 abermals auszutragen. Die Abstimmungsniederlage darüber im Gemeinderat läutete den Wechsel 1970 zu Oberbürgermeister Otto Dullenkopf ein. -jsk-

 
 

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