Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 20. Januar 2017

Arten des Jahres: Waldkauz, Blindschleiche, Klatschmohn

VOGEL DES JAHRES: Der Waldkauz kommt entgegen seines Namens nicht nur in Wäldern vor, sondern im gesamten Stadtgebiet. Foto: FA/Kienzler

VOGEL DES JAHRES: Der Waldkauz kommt entgegen seines Namens nicht nur in Wäldern vor, sondern im gesamten Stadtgebiet. Foto: FA/Kienzler

SCHEUES TIER: Die Blindschleiche ist das Kriechtier des Jahres. Naturnahe Gärten dienen ihr als Heimstatt. Foto: UA

SCHEUES TIER: Die Blindschleiche ist das Kriechtier des Jahres. Naturnahe Gärten dienen ihr als Heimstatt. Foto: UA

NOCH NICHT GEFÄHRDET: Klatschmohn ist Blume des Jahres. Seine Bestände gehen aber wegen intensiver Landwirtschaft zurück. Foto: UA

NOCH NICHT GEFÄHRDET: Klatschmohn ist Blume des Jahres. Seine Bestände gehen aber wegen intensiver Landwirtschaft zurück. Foto: UA

 

Manche Art des Jahres ist auch in Karlsruhe anzutreffen / Andere dagegen sehr selten

Ganz verschiedene, unterschiedlichste Verbände und Institutionen benennen alljährlich Arten des Jahres. Der Naturschutzbund Deutschland zählt mehr als 30 „Jahreswesen“ auf, darunter beispielsweise das „gefährdete Nutztier des Jahres“, die deutsche Pekingente, oder den „Pilz des Jahres“, das Judasohr.

Vogel des Jahres ist der Waldkauz. Er bevorzugt Laub- und Mischwälder sowie reich strukturierte Landschaften wie Wälder, Wiesen oder Streuobstbestände. Die Forstverwaltung hilft ihm – und auch anderen Tieren – durch ihr Alt- und Totholzkonzept, mit dem Habitatbaumgruppen von etwa zehn bis 15 Bäumen und rund einem bis drei Hektar große Waldrefugien ausgewiesen werden.Den eigentlich im Wald lebenden Waldkauz gibt es im gesamten Karlsruher Stadtgebiet.

Im Gegensatz zur Haselmaus, Wildtier des Jahres. Sie ist keine Maus, sondern gehört zur Familie der Bilche. Weil die Landschaft immer strukturärmer wird und weniger Hecken und Feldgehölze vorhanden sind, wird sie auch im Stadtgebiet Karlsruhe immer seltener. Das etwa sieben Zentimeter kleine, nachaktive Tier ist sehr scheu. Es klettert gerne im Gebüsch, hält momentan aber Winterschlaf.

Auch der Baum des Jahres, die Fichte, ist im Karlsruher Stadtgebiet nicht mehr nennenswert vorzufinden, weil die klimatischen Verhältnisse nicht geeignet sind. Es ist für den einstigen „Brotbaum des Forstwirtschaft“ in Karlsruhe zu warm und es gibt zu wenige Niederschläge. Der Flachwurzler ist durch den Klimawandel bedroht. Er wurde einstmals in Karlsruhe und an vielen anderen Orten im Übermaß angepflanzt.

Immer weitere Verbreitung, wahrscheinlich als Gewinnerin des Klimawandels, findet die Gottesanbeterin. Das Insekt des Jahres war früher nur am Kaiserstuhl zuhause, breitet sich aber seit etwa 15 Jahren auch in Karlsruhe aus. Wenn ein Garten nicht naturfern angelegt ist, bietet er Heimat für die Blindschleiche, das Kriechtier des Jahres. Das unscheinbare, scheue Tier ist vielen Menschen nur als Leiche auf der Straße bekannt.

Relativ anspruchslos ist der Klatschmohn, die Blume des Jahres. Er ist, anders als andere Ackerwindenkräuter, noch nicht gefährdet. Geht aber wegen intensiver Landwirtschaft zurück. Zu finden ist er auch auf Brachflächen. Blütenreiche, nicht hochgedüngte Wiesen liebt der Schmetterling des Jahres 2017, die Goldene Acht. Dort auch noch zu finden, aber eher selten, ist die Knautien-Sandbiene als Wildbiene des Jahres. Die Gemeine Keiljungfer, Libelle des Jahres, fliegt von Mai bis Juli an Ufern größerer Flüsse und an Seen. -erg-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe