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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Juli 2017

Eckpunktepapier: ÖPNV sichern für Zukunft

FROH ÜBER KOMPROMISS. (v.l.) Geschäftsführer Ascan Egerer und  Dr. Alexander Pischon, OB Dr. Frank Mentrup, Minister Winfried Hermann und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Foto: Fränkle

FROH ÜBER KOMPROMISS. (v.l.) Geschäftsführer Ascan Egerer und Dr. Alexander Pischon, OB Dr. Frank Mentrup, Minister Winfried Hermann und Landrat Dr. Christoph Schnaudigel. Foto: Fränkle

 

Stadt behält 70 Prozent

Um das berühmte Karlsruher Zweisystemmodell zu sichern und gleichzeitig dem EU-Recht zu genügen, bauen Stadt, Land und Landkreis nun eine, über ein Eckpunktepapier abgesicherte, zukunftstaugliche „Trasse“ für Stadt- und Eisenbahnen. Als so genannte, von der EU erlaubte „Gruppe von Behörden“ ermöglichen sie der städtischen AVG und damit auch der VBK rund 70 Prozent ihres bisherigen Netzes mit den Linien, die aus etwa 30 Kilometern direkt in die City führen, bis mindestens 2035 via Direktvergabe zu behalten.

Der Rest, künftige Eisenbahnlinien, die über den Hauptbahnhof als Expressverbindungen ohne viele Zwischenstopps in die Region fahren, wird frei vergeben, wobei die AVG nicht mitbietet. Der Vorteil des „kundenorientierten, rechtskonformen Kompromisses“, so Landesverkehrsminister Winfried Hermann vor den Medien: „Die Eisenbahn ist auf langen Linien schneller, bequemer und  kann mehr Fahrräder unterbringen.“ Ähnlich positiv sah es OB Dr. Frank Mentrup. Da die Verkehrsverträge 2022 auslaufen, hätte eine Ausschreibung aller Bahnen „den Tod des Karlsruher Verkehrssystems“ bedeutet. Die, auch für andere Träger noch offene, EU-Rechtskonstruktion der  Gruppe von Behörden ermögliche es den drei Partnern, für ihren Bereich gemeinsam zu vergeben, ein deutschlandweites Novum.

Das geschehe im wirtschaftlich fairen, vom Land unterstützten Wettbewerb. Enthalten ist in dem neuen Netz 7a  auch die S 31/32, die bisher  vom  Karlsruher Hautbahnhof (Hbf) nach Menzingen/Odenheim führt. Es soll geprüft werden, wie sie künftig in die  Innenstadt geleitet, „eingeschliffen“ werden kann.  Ausgegliedert in das Netz 7b werden als langlaufende Eisenbahnverbindungen die Strecken  vom Hbf nach Rastatt-Freudenstadt, nach Bretten-Heilbronn, die stündliche Verbindung nach Achern und die Verdichterlinie nach Rastatt-Gernsbach/Forbach.

Laut Landrat Dr. Christoph Schnaudigel erlaubt „der Kompromiss, der Stadt- und Eisenbahn kombiniert,  mehr ÖPNV auf die Schiene zu bringen, mit mehr Haltepunkten und dichterer Taktung sowie Planungssicherheit „Froh, den gordischen Knoten zerschlagen zu haben“, sind  die AVG- und VBK-Geschäftsführer Dr. Alexander  Pischon und Ascan Egerer: „Wir konzentrieren uns auf unser Kerngebiet und können hier durch Verdichten und Verbessern noch wachsen. Dabei streben wir  die Zusammenarbeit mit benachbarten Unternehmen an, nicht im Wettbewerb, um ein integriertes Angebot zu ermöglichen“. Die Stadtbahn fahre in Verbindungen mit vielen Stopps  weiterhin bis Forbach und Baden-Baden.   Ausgeschieden werde die Verbindung von Bruchsal nach Bietigheim.  Los gehen soll es ab Dezember 2022. -cal-

 
 

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