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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Juli 2017

Gemeinderat: Feierzuschuss für Kunstverein

„KUNSTVEREIN GOES PUBLIC“: Unter diesem Motto steht das Jubiläumsprogramm zu 200 Jahre Badischer Kunstverein. Foto: Fränkle

„KUNSTVEREIN GOES PUBLIC“: Unter diesem Motto steht das Jubiläumsprogramm zu 200 Jahre Badischer Kunstverein. Foto: Fränkle

 

Wenn einer der ältesten Kunstvereine Deutschlands Jubiläum feiert, beschenkt ihn auch die Stadt. Für das Festprogramm 200 Jahre Badischer Kunstverein genehmigte der Gemeinderat über den institutionellen Zuschuss hinaus einen einmaligen Projektbeitrag über 70 000 Euro. Und das einstimmig.

Die Feierlichkeiten stehen unter dem Motto „Kunstverein goes public“. Sie nehmen nicht nur die Historie des am 1. Mai 1818 erstmals urkundlich erwähnten Vereins in den Blick, sondern fragen auch nach der Rolle der Kunstvereine in Gegenwart und Zukunft. Zahlreiche Aktivitäten sollen Kunstfreunde locken, darunter Projekte im öffentlichen Raum, der im Lichthof installierte Club 200 mit Bar, Kino und Bibliothek und das umgestaltete Foyer. Hinzu kommt ein vierteiliger Ausstellungsblock. Der Jubiläumsetat beläuft sich auf 445 000 Euro, 126 000 bringt der Verein selbst auf, der Rest läuft über Mittel von Stadt und Land, Stiftungen und weiterer Förderer.

Irritiert zeigte sich CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein, dass die Bitte um Unterstützung erst nach den Haushaltsberatungen an die Politik herangetragen worden war, „die Akteure hätten es besser wissen können.“ Das sei die Maximalzusage, „mehr gibt es nicht“. Ein solches Jubiläum falle nicht vom Himmel, kritisierte SPD-Stadträtin Elke Ernemann, auch sie wollte „keinen Euro mehr locker machen“, notfalls werde das Ganze verschlankt. Das Programm sei ambitioniert und biete die Chance, das Haus zu öffnen, denn für viele sei die Hemmschwelle noch zu hoch.

Gut angelegt sah das Geld Dr. Ute Leidig (Grüne). Die Ausstellungen des Kunstvereins mit dem Schwerpunkt auf feministischer Kunst „treffen den Nerv der Zeit“ und lockten junges Publikum, bezog sie sich unter anderem auf die stattliche Zahl von über 1 000 Mitgliedern. KULT-Stadtrat Lüppo Cramer wünschte das Programm möge „voll umfänglich“ stattfinden, zur Not müsse man Spielräume erörtern. 200 Jahre Kunstverein seien ein Fest wert und Karlsruhe sei gut darin, Feiern zu organisieren, meinte Tom Høyem (FDP). Auch AfD-Stadtrat Dr. Paul Schmidt stimmte zu, 70 000 Euro markierten jedoch die „Obergrenze“. -maf-

 
 

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