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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 28. Juli 2017

Kultur: Ringen um gleiche Rechte aller

WERBUNG IN EIGENER SACHE: Jan Linders, Generalintendant Peter Spuhler, Erster Bürgermeister Wolfram Jäger und Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche (v.l.) stellten das EKT-Plakat 2018 vor. Foto: Fränkle

WERBUNG IN EIGENER SACHE: Jan Linders, Generalintendant Peter Spuhler, Erster Bürgermeister Wolfram Jäger und Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche (v.l.) stellten das EKT-Plakat 2018 vor. Foto: Fränkle

 

Europäische Kulturtage 2018 mit Um- und Aufbrüchen als Thema / Plakat vorgestellt

Revolutionen sind immer verbunden mit der Forderung nach Ablösung alter und dem Kampf um neue Strukturen. Immer geht es um eine Erweiterung von Rechten, immer um Freiheit, Gleichheit und neue Formen solidarischen gesellschaftlichen Zusammenlebens.

Angesichts mehrerer runder Jahrestage revolutionärer Ereignisse - 100 Jahre Revolution 1918, 170 Jahre Badische Revolution 1848 und 50 Jahre 68er-Revolution – lautet das Thema der 24. Europäischen Kulturtage 2018 „Umbrüche – Aufbrüche: Gleiche Rechte für alle“.

Vom 20. April bis 5. Mai wirft das von Stadt, Badischem Staatstheater und Partnern aus der Kulturszene veranstaltete Festival einen vielfältigen künstlerischen Blick auf das Ringen um Gleichberechtigung aller gesellschaftlichen Gruppen und auf Geschlechtergerechtigkeit. Da passe es auch, dass Karlsruhe Sitz der beiden höchsten deutschen Gerichte sei, erklärte Erster Bürgermeister Wolfram Jäger kürzlich in der Mensa des Fichte-Gymnasiums bei der Vorstellung des Konzepts vor den Medien. „Wer, wenn nicht wir“ müssten in der Sprache von Kunst und Kultur die Auf- und Umbrüche in Vergangenheit und Gegenwart betrachten und „die Fallstricke der Gleichstellung insbesondere von Mann und Frau entlarven“, so Jäger.

Die EKT nehmen mit „Gleiche Rechte für alle“ zentrale Artikel der Menschenrechtserklärung und des Grundgesetzes in den Titel auf. Dabei bleibe laut Kulturamtsleiterin Dr. Susanne Asche offen, ob es sich „um eine Tatsache, eine Forderung oder gar eine Frage“ handle. Die Errungenschaften seien gefährdet und diese „Ambivalenz“ vermittle auch das EKT-Plakat. Es zeigt den Grundriss Europas, den Karlsruher Platz der Grundrechte, das Bundesverfassungsgericht und die Rückenansicht einer jungen Frau, deren Hand festgehalten wird. Reißt sie sich los oder hält die Umklammerung sie zurück?

Als „beispielhaften Zusammenklang“ lobte der Generalintendant des Badischen Staatstheaters Peter Spuhler das Zusammenwirken der Kulturinstitutionen von Stadt und Land, das sei „einzigartig in Deutschland“. Darauf zugeschnitten ist auch der EKT-Auftakt mit einem „Dreifachaufschlag“ aller Akteure. Das Festival beginnt mit der Eröffnung der Ausstellung „Revolution“ im Badischen Landesmuseum, geht weiter mit einem Festakt im Rathaus und der Festrede von Verfassungsrichterin Susanne Baer und der Uraufführung des Stücks „Radikale Akte“ im Staatstheater. -maf-

 
 

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