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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. August 2017

Bürgerumfrage: Beteiligung nimmt immer mehr zu

BÜRGERFOREN sind ein wichtiges Element, um die Meinungen der Karlsruherinnen und Karlsruher zu erfahren. Foto: Fränkle

BÜRGERFOREN sind ein wichtiges Element, um die Meinungen der Karlsruherinnen und Karlsruher zu erfahren. Foto: Fränkle

 

Einhellige Billigung / Weitere Zielgruppen gewinnen / Noch mehr Internetinfos

Immer mehr Menschen kennen Veranstaltungen zur Bürgerbeteiligung, nehmen an ihnen teil und engagieren sich ehrenamtlich. Die Ergebnisse einer Umfrage samt Handlungsempfehlungen billigte der Gemeinderat einstimmig.

Die Stadt hatte die telefonische, repräsentative Umfrage unter 3500 Karlsruherinnen und Karlsruhern im November und Dezember 2016 durchführen und durch das Büro für Mitwirkung und Engagement auswerten lassen. Danach wussten 91 Prozent von Angeboten, 31 Prozent waren auf Veranstaltungen. In den einzelnen Stadtteilen ist die Teilnahme allerdings sehr unterschiedlich, so am höchsten in Mühlburg mit 54, in Grötzingen mit 52 und am niedrigsten in Oberreut mit sieben Prozent. Mitgemacht hatten überwiegend deutsche, gut gebildete, lange in der Fächerstadt wohnende 30- bis 65-Jährige. Sie alle interessierten sich für das jeweilige Thema, ihr Quartier oder die Stadt.

Als Hindernisgründe wurden fehlende Zeit (38 Prozent) oder mangelndes Interesse (33 Prozent) genannt. Mit den Möglichkeiten zur Information und Bürgerbeteiligung zeigten sich über sieben Zehntel zufrieden, die Veranstaltungen selbst wurden positiv bewertet, Verbesserungsvorschläge machten nur Wenige. Bürgerschaftliches, also ehrenamtliches Engagement nahm seit 1999 (24 Prozent) stetig zu, 36 Prozent aller Karlsruherinnen und Karlsruher wirken in der Freizeit im Verein, Verband oder einer gemeinnützigen Organisation, nur vier Prozent erhalten eine Aufwandsentschädigung. Mittleren Alters, ganztägig berufstätig, sind sie persönlich interessiert oder wollen Mitmenschen wie der Gemeinschaft etwas Gutes tun. Und das meist regelmäßig mehrere Jahre lang, mindestens einmal wöchentlich. 42 Prozent kennen das Büro für Mitwirkung und Engagement, 16 Prozent schlagen zur Förderung bürgerschaftlichen Engagements noch mehr Werbung, Kommunikation und Information vor, während fast zwei Drittel keine Ideen hat.

Handlungsempfehlungen zielen etwa auf regelmäßige Umfragen zur Bürgerbeteiligung, informationshalber verschiedene, vor allem internetbasierte Kanäle zu nutzen, örtliche identitätsstiftende Merkmale stärker heraus zu stellen, Kinder und Jugendliche, unterrepräsentierte und sozial benachteiligte Gruppen stärker einzubeziehen, weitere Bürgermentoren auszubilden oder die Zusammenarbeit mit Unternehmen zu stärken.

In der Diskussion dankten alle für die Umfrage. Uwe Lancier verwies noch auf den KULT-Ergänzungs-antrag nach einem Bürgerbeteiligungsportal. Das hatte die Verwaltung aber schon veranlasst, es geht in Kürze online. Den Unterschied zwischen bürgerschaftlichem Engagement derer, „die etwas erreichen wollen“ und ehrenamtlichem Einsatz für andere arbeitete Dr. Klaus Heilgeist (CDU) heraus. Die Zunahme bürgerschaftlichen Engagements um zwölf Prozent und den Wunsch nach Intensivierung der Öffentlichkeitsarbeit hob Elke Ernemann (CDU) hervor.

Weiteres Potential sah sie in der Aktivierung von Migranten. Ebenso wie Ekkehard Hodapp (GRÜNE), der zudem bei den zwei Dritteln, die sich nicht einbringen, Handlungsbedarf erkannte und mehr Jugendliche gewinnen wollte. Mehr Engagement in politischen Parteien und nicht nur für Einzelthemen wünschte sich Tom Hoyem (FDP). Ohne ehrenamtliches Engagement funktioniere vieles nicht, es bilde die Grundlage für den „Dialog, den wir brauchen, um eine Gemeinschaft zu bilden“, konstatierte Dr. Paul Schmidt (AfD). -cal-

 
 

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