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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 4. August 2017

Kultur: Die Baukultur geprägt

BARTNING AUF DER SPUR: Auch OB Mentrup ließ sich von Kuratorin Wagner-Conzelmann (l.) durch die Ausstellung führen. Foto: Fränkle

BARTNING AUF DER SPUR: Auch OB Mentrup ließ sich von Kuratorin Wagner-Conzelmann (l.) durch die Ausstellung führen. Foto: Fränkle

MARKUSKIRCHE am Yorckplatz von Otto Bartning. Foto: Stadtarchiv

MARKUSKIRCHE am Yorckplatz von Otto Bartning. Foto: Stadtarchiv

 

Ausstellung zu Otto Bartning macht Station in Karlsruhe

Als Otto Bartning Anfang der dreißiger Jahre seine Pläne für die Markuskirche am Yorckplatz vorlegte, wurde er von NS-Reichs-statt¬hal¬ter Robert Wagner heftig kritisiert, weil dieser die Dachneigung für zu gering hielt. Bartning wehrte den Angriff souverän ab – mit dem Hinweis, das Dach der von Friedrich Weinbrenner erbauten Evangelischen Stadtkirche habe doch die gleiche Neigung. Und die Markuskirche wurde so gebaut, wie Bartning sie geplant hatte.

Diese Geschichte kann Dr. Sandra Wagner-Conzelmann erzählen. Die Wissenschaftlerin an der TU Darmstadt hat die Ausstellung „Otto Bartning (1883 – 1959). Architekt der sozialen Moderne“ kuratiert. Zu sehen ist sie noch bis 22. Oktober in der Städtischen Galerie. Der in Karlsruhe geborene Architekt und Theoretiker, der die Baukultur des 20. Jahrhunderts nachhaltig prägte, hatte seinen künstlerischen privaten Nachlass der Technischen Universität Darmstadt vermacht. Bei der umfassenden Retrospektive, die nun nach Berlin und vor Darmstadt (19.11.2017 bis 18.3.2018) in der Fächerstadt zu sehen ist – seine drei wesentlichen Lebensstationen –, handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Akademie der Künste Berlin, der Wüstenrot Stiftung in der Städtischen Galerie, des Instituts Mathildenhöhe sowie der TU Darmstadt. Zu sehen sind originale Zeichnungen, Fotografien und Modelle, darunter viele bislang noch nicht präsentierte Exponate.

„Im Nachlass Bartnings haben wir Kisten gefunden, die noch ungeöffnet waren. Da herrschte Goldgräberstimmung“, berichtet Wagner-Conzelmann. Schon während seines Studiums in Berlin und Karlsruhe sucht Bartning nach Alternativen zum damals gängigen Historismus und wurde zu einem wichtigen Protagonisten der Moderne. In Karlsruhe baute er außer der Markuskirche die Friedenskirche, die Thomaskirche und das Franz-Rohde-Haus. Die Originalpläne sind in der Städtischen Galerie zu sehen. OB Dr. Frank Mentrup wünscht sich, dass Karlsruhe stärker als wichtiger Architekturstandort wahrgenommen wird. Für den 20. September ist in der Galerie ein Symposium zum Thema „Historische Bauten – Kulturelles Erbe oder Hindernis für die Stadtentwicklung?“ geplant. -res-

 
 

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