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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. September 2017

Kombilösung: Zwei Jahre bis zur Fertigstellung

EUROPAPLATZ: KASIG-Chef Konrath (m.) informiert Minister Hermann (r.) und OB Mentrup über die unterirdische Haltestelle. Foto: Fränkle

EUROPAPLATZ: KASIG-Chef Konrath (m.) informiert Minister Hermann (r.) und OB Mentrup über die unterirdische Haltestelle. Foto: Fränkle

UNTER DEM MARKTPLATZ wurde die Radtour unterbrochen. Im Gleisdreieck beherrschen Gerüste in Fahrtrichtung Mühlburg (geradeaus) und Ettlinger Tor (Abzweig nach links) die Tunnelhallen. Foto: Fränkle

UNTER DEM MARKTPLATZ wurde die Radtour unterbrochen. Im Gleisdreieck beherrschen Gerüste in Fahrtrichtung Mühlburg (geradeaus) und Ettlinger Tor (Abzweig nach links) die Tunnelhallen. Foto: Fränkle

 

Verkehrsminister Hermann informierte sich über den Baufortschritt / Beim Tunnelausbau werden oben immer mehr Flächen frei / Bürgerforum im Herbst

Achtzehn Bauprojekte standen auf dem Programm der zehntägigen Sommertour des Landesverkehrsministers Winfried Hermann durchs Ländle. Am Dienstag ließ er sich bei einer unterirdischen Radfahrt von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup und dem Geschäftsführer der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), Uwe Konrath, über den Baufortschritt der Kombilösung informieren.

„Fahrradfahrer sehen mehr“, freute sich der Minister auf die nach seinen Angaben „ungewöhnlichste Baustellenbesichtigung und auch ungewöhnlichste Radtour“ seiner Amtszeit. Und das, was er bei der Fahrt durch den Tunnel unter der Kaiserstraße vom Mühlburger Tor bis zum Durlacher Tor sah, beeindruckte ihn sehr. „Der Rohbau ist so weit fortgeschritten, dass man die ganze Dimension des Bauwerks so richtig erkennen kann. Das Ganze wirkt sehr, sehr stabil und dicht. Das ist auch notwendig, da praktisch ‚im Wasser‘ gebaut wurde“, zollte Hermann auch allgemein „der Planung und Ausführung von Projekten dieser Art größten Respekt“. An Zwischenstopps bei den künftigen unterirdischen Haltestellen Europaplatz, Marktplatz, Berliner Platz und Durlacher Tor blieb keine Frage des Ministers zum Bauverfahren offen; angefangen von den gerade ausgeführten Arbeiten der derzeit 550 Beschäftigten bis hin zur Sicherheit, zur Information der Bevölkerung und zum Bauzeitenplan bis zur endgültigen Inbetriebnahme.

„2017 ist noch geprägt von den Rohbauarbeiten, 2018 läuft der Ausbau in der Kriegsstraße auf Hochtouren“, rechnet KASIG-Chef Konrath mit dem Einbau der Gleise im Jahr 2019. Wann nach einem halbjährigen Probebetrieb der Bahnen die offizielle Eröffnung stattfinden könnte, dazu wollte sich Konrath noch nicht festlegen. Mentrup rechnete dafür einen zwischen Juli und Oktober 2020 liegenden Termin hoch. Die Zeichen der nahenden Fertigstellung seien allerdings schon viel früher sichtbar: „Einige Stände des Chriskindlesmarkts ziehen ja bereits in diesem Jahr auf den Marktplatz um, und insgesamt werden die Baustellenflächen über dem Tunnel immer weniger, zumal auch Zubringerdienste für den weiteren Tunnelausbau von oben nach untern verlegt werden können.“

Damit, wie und in welchem zeitlichen Ablauf die oben frei werdenden Flächen für die Öffentlichkeit wieder nutzbar gemacht werden können, soll sich der Karlsruher Gemeinderat noch in diesem Jahr beschäftigen. Dazu werde es im Herbst ebenso ein Bürgerforum geben, kündigte OB Mentrup an. Mit der kürzer werdenden Restzeit würden auch die Vorteile näher rücken, die letztlich die Entscheidungsträger für die Kombilösung im Blick hatten. Neben der umweltfreundlichen und sicheren Erreichbarkeit der Innenstadt auch von weiter her gehöre dazu nicht zuletzt auch die wesentlich höhere Aufenthaltsqualität.

„Ich habe heute auch einen Eindruck gewonnen, warum das ganze Projekt so teuer geworden ist“, stellte der Verkehrsminister fest. „Die Entscheidungsträger bei Großprojekten sind meist nicht die selben wie die der Bauphase oder am Bauende“, forderte Hermann bei Entscheidungen über Großprojekte, „ehrlich und nicht schön zu rechnen“. Von seinem Baustellenbesuch in Karlsruhe nahm er mit, dass der „Zeitplan zu halten sein dürfte“ und damit erfreulicherweise auch die Finanzrisiken für alle Beteiligten immer geringer werden.

Detaillierte Informationen zum aktuellen Baugeschehen gibt es auf www.diekombiloesung.de.

Wer sich selbst vor Ort informieren will, hat dazu beim Tag der offenen Baustelle am Samstag, 16. September, Gelegenheit.  -fis-

 
 

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