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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 8. September 2017

Kultur: Beschämender Umgang mit jüdischen Sportlern

Foto: Fränkle

Foto: Fränkle

 

Es ist nicht vorbei. Das beschämende Gegröle, die Naziparolen deutscher Fans beim Spiel der Nationalmannschaft gegen Tschechien in Prag haben gezeigt, wie aktuell die Wanderausstellung über jüdische Stars des deutschen Sports ist.

Noch bis 7. Oktober macht die vom Zentrum für deutsche Sportgeschichte mit den Universitäten Potsdam und Hannover konzipierte Schau „Zwischen Erfolg und Verfolgung“ auf dem Platz der Menschenrechte vor dem ZKM Station. Mit 17 fast lebensgroßen Figuren und einem Abriss ihrer Biografien (unser Foto) erinnert die Präsentation an gefeierte Idole, die im Dritten Reich ausgegrenzt, verfolgt, verschleppt oder ermordet wurden. An Athletinnen und Athleten, denen man Wettkampfteilnahmen verwehrte, Vereinsmitgliedschaften kündigte und deren Vorbereitung für den sportlichen Weg ganz nach oben nicht belohnt wurde.

Sie hatten „lediglich die falsche Religion“, sagte zur Eröffnung Michael Obert in seiner Doppelfunktion als Bürgermeister und Vorsitzender des Karlsruher FV. Jenes Vereins, dem auch Julius Hirsch als erster Nationalspieler jüdischen Glaubens und Gottfried Fuchs, bis heute mit zehn Treffern deutscher Rekordtorschütze in einem Länderspiel, angehörten, und der sich laut Obert als einer der wenigen mit der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigte. Während der DFB es noch 1972 abgelehnt habe, Fuchs zur Nationalmannschaft einzuladen. -maf-

 
 

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