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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. September 2017

Denkmaltag: Geschichte zum Anfassen

STADTFÜHRUNGS-TEILNEHMER vor der ehemaligen Oberpostdirektion. Sie veranschaulicht Architektur im Dritten Reich. Foto: Rueß

STADTFÜHRUNGS-TEILNEHMER vor der ehemaligen Oberpostdirektion. Sie veranschaulicht Architektur im Dritten Reich. Foto: Rueß

GAUHAUPTSTADT KARLSRUHE: Georg Hertweck zeigte Pläne. Foto: Rueß

GAUHAUPTSTADT KARLSRUHE: Georg Hertweck zeigte Pläne. Foto: Rueß

 

Tag des offenen Denkmals beleuchtet Stadthistorie

Auf den Spuren der Geschichte: Am vergangenen Sonntag öffneten auch in Karlsruhe historische Bauten und Stätten ihre Türen für die Öffentlichkeit. Tausende Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung am bundesweiten Tag des offenen Denkmals zu Streifzügen in die Vergangenheit.

Unter dem diesjährigen Motto „Macht und Pracht“ standen auf dem Karlsruher Programm etwa eine Stadtführung im Zeichen der „Postmodernen Opulenz der 1980er Jahre“ oder zu den Repräsentationsbauten des Staates in der Weststadt, wie Oberlandesgericht oder Generallandesarchiv. Am Festplatz starteten zahlreiche Interessierte zur Führung „Gauhauptstadt Karlsruhe“, bei der Georg Hertweck vom Verein stattreisen von den Plänen der Nationalsozialisten im Dritten Reich berichtete.

Prachtbauten sollten einst die Geschlossenheit des Volkes in der Karlsruher Architektur widerspiegeln. Die Fächerstadt sollte mit einem zehngeschossigen Ehrentor zu Füßen des Lauterbergs im Süden und einer zwölf Meter hohen Ehrenhalle mit feinem Marmorboden beim Schloss am nördlichen Ende der Nord-Süd-Achse ausgestattet werden. Nichts davon wurde jemals umgesetzt. Die Zeichnungen des beauftragten Stadtplaners Carl Peter Pflästerer verschwanden für immer in der Schublade. Heute sind nur noch Kopien aus seinem privaten Nachlass erhalten.

Für Besucher geöffnet war am Sonntag neben vielen Karlsruher Kirchen auch die Simeonskirche am Alten Friedhof, die nach Plänen des Architekten Friedrich Eisenlohr erbaut wurde. Die 1842 eingeweihte Kapelle diente nur wenige Jahrzehnte als Friedhofskapelle, bis die Stadt 1873 aus Platzmangel den heutigen Hauptfriedhof anlegte. Seit 1882 wird sie von der evangelisch-lutherischen Gemeinde Karlsruhe genutzt, sie ist die kleinste evangelisch-lutherische Kirche Deutschlands.

Liebhaber der Orgelmusik kamen bei einem Orgelspaziergang zu mehreren Gotteshäusern auf ihre Kosten, und die Evangelische Stadtkirche präsentierte die Abendmahlskelche, die Markgraf und Stadtgründer Karl Wilhelm der Schlosskirche zu deren Einweihung stiftete. Ein „Waldenserrundgang“ erinnerte in Palmbach an Flüchtlinge in der Kirchengeschichte und heute, während in Knielingen und Durlach Turmführungen auf Gäste warteten. Unter den mehr als 40 Angeboten fanden sich auch Filme, Konzerte, gar Reitunterricht. -bea-

 
 

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