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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. September 2017

Kultur: Neue Dimension globalen Wirkens

HYPNOTISIERENE FARBVERLÄUFE: In der „SOLAR WIND“ betitelten Lichtskulptur des französischen Künstlers Laurent Grasso wird das kosmische Leuchten nachempfunden. Foto: Bastian

HYPNOTISIERENE FARBVERLÄUFE: In der „SOLAR WIND“ betitelten Lichtskulptur des französischen Künstlers Laurent Grasso wird das kosmische Leuchten nachempfunden. Foto: Bastian

 

Hong Media Collection: ZKM kooperiert künftig mit Kunst-Investoren aus China

Das Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) agiert global. Zu seinen Kooperationspartnern zählen nicht nur die bedeutendsten Museen Europas, sondern auch jene weltweit. Jetzt geht die Karlsruher Institution noch einen bahnbrechenden Schritt weiter.

Eine strategische Partnerschaft mit der chinesischen Stiftung New Media Arts Foundation Hongkong soll den künstlerisch-wissenschaftlichen Austausch fördern und den Aufbau einer gemeinsamen Sammlung internationaler Medienkunst als einer der bedeutendsten Strömungen des 21. Jahrhunderts ermöglichen. Am vergangenen Donnerstag unterzeichneten ZKM-Chef Peter Weibel und Stiftungsgründer Chai Zhikun offiziell den Vertrag.

Vergangenheit und Zukunft verknüpfend, wollen die Akteure die elektronischen Künste stärken und ihre Bewahrung sichern. Mit verteilten Rollen: Die chinesische Investorengruppe erwirbt Kunst, überlässt Weibel 20 Prozent des Etats für eigene Ankäufe und baut bei allem auf ZKM-Expertise. Ausschlaggebend seien bei der Hong Media Art Collection keine Vorlieben von Privatsammlern, sondern die Einschätzung von Experten, erklärte Weibel. Sie befänden darüber, was ins Museum komme, teilten Wissen.

Einen Vorgeschmack liefern aktuell die Ausstellungen „Datumsoria: The Return of the Real“ und „The Art of Immersion“. Beide thematisieren die Wechselwirkungen zwischen realer und virtueller Welt und wie die Grenzen dazwischen mehr und mehr verschwimmen. Die vom chinesisch-amerikanischen Kurator Zhang Ga konzipierte Ausstellung „Datumsoria“ eröffnet bis 18. März „neue Perspektiven auf die Logik des Realen im Zeitalter der digitalen Revolution“.

Darunter die Arbeit RÊVERIE Reset des chinesischen Künstlers YAN Lei, der dafür 80 große und kleine Bildschirme auf eine sich langsam drehende, zylindrische Struktur montiert hat. Alle Geräte sind zu einem System zusammengeschlossen, das fortlaufend auf einen von Besucherinnen und Besuchern generierten Bilderpool zugreift. Die Maschine analysiert die eingespielten Fotografien, gibt deren Inhalt vor der Auslöschung aber als beschreibenden Text wieder, den ein Mensch hätte formulieren können. „The Art of immersion“ zeigt anhand dreidimensionaler Panoramaprojektionen aktuelle Beispiele der „Kunst des Handelns in einer fast perfekt simulierten Umgebung“ (Weibel). Diese Schau läuft bis 28. Januar. -maf-

 
 

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