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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 15. September 2017

Wildtiere: Beauftragter für wilde Stadtbewohner

Stefan Lenhard beantwortet Bürgerfragen, ist Netzwerker und Brückenbauer

Mit Stefan Lenhard hat die Stadt seit April einen Wildtierbeauftragten bei der Unteren Jagdbehörde. Er berät beispielsweise Bürgerinnen und Bürger, was bei einem Dachsbau im Garten oder mit Füchsen und Wildschweinen in der Stadt zu tun ist.

Lenhards Aufgaben leiten sich aus dem Wildtiermanagementgesetz ab, und so koordiniert er nicht nur das Wildtiermonitoring im Stadtkreis, sondern bildet auch die Schnittstelle zwischen den Akteuren von Jagd, Naturschutz, Tierschutz, Land- und Forstwirtschaft.

„Dachse, Füchse, Wildschweine, Nutrias, Steinmarder, Gänse oder Rabenkrähen sind für die Karlsruher mittlerweile kein seltener Anblick mehr“, berichtet Stefan Lenhard aus seiner Praxis. Viele Wildtiere haben Strategien entwickelt, sich an den Menschen anzupassen und finden im städtischen Raum trotz Verkehr, Gebäuden und versiegelter Flächen gute Behausungen. Gärten, Ritzen und Nischen an Gebäuden bieten ihnen Unterschlupf. Lenhard prognostiziert sogar eine Zunahme der Wildtiere in der Stadt, da das Nahrungsangebot in Form von Komposthaufen oder zugänglichen Mülleimern groß sei.

Der Wildtierbeauftragte weist darauf hin, dass eine ordnungswidrige Fütterung von Wildtieren nicht nur dem Tier selbst schade, sondern auch dem Ökosystem. Als Beispiel nennt er die Günther-Klotz-Anlage, wo durch Fütterung vor allem die Zahl von Nutrias und Enten so stark gestiegen ist, dass die Seen veralgen, das Wasser arm an Sauerstoff wird und der See umzukippen droht. Für die neue Pflichtaufgabe eines Wildtierbeauftragten hat die Stadt Karlsruhe eine halbe Stelle geschaffen, zeitgleich wurde die Untere Jagdbehörde in das städtische Forstamt integriert. -red-

 
 

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