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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. September 2017

Bundestagswahl: Künftig mit fünf Abgeordneten in Berlin

GLÜCKWUNSCH: EB Wolfram Jäger gratulierte Sonntagabend Ingo Wellenreuther (l.)  zum Gewinn des Direktmandats. Foto: jodo

GLÜCKWUNSCH: EB Wolfram Jäger gratulierte Sonntagabend Ingo Wellenreuther (l.) zum Gewinn des Direktmandats. Foto: jodo

GEWINN: Sylvia Kotting-Uhl schaffte Wiedereinzug. Foto: Bastian

GEWINN: Sylvia Kotting-Uhl schaffte Wiedereinzug. Foto: Bastian

EINZUG KNAPP VERPASST:  Parsa Marvi (SPD). Foto: Bastian

EINZUG KNAPP VERPASST: Parsa Marvi (SPD). Foto: Bastian

NEU IM BUNDESTAG: AfD-Stadtrat Marc Bernhard. Foto: Bastian

NEU IM BUNDESTAG: AfD-Stadtrat Marc Bernhard. Foto: Bastian

 

Ingo Wellenreuther (CDU) holte bei Bundestagswahl erneut Direktmandat für Karlsruhe / Auch in Fächerstadt Verluste für CDU und SPD / GRÜNE auf Platz zwei / Gewinne für FDP, AfD und Linke

Die CDU blieb trotz herber Verlusten stärkste Partei, die SPD musste Platz zwei an die Grünen abgeben, FDP und AfD gehörten zu den Gewinnern, auch Die Linke legte zu: Die Ergebnisse der Bundestagswahl in Karlsruhe lagen mit Abweichungen im Bundestrend.

Statt bisher drei sitzen künftig fünf Abgeordnete für Karlsruhe im Plenarsaal des Bundestags. Das sind so viele wie seit 1949 nicht mehr. Ingo Wellenreuther (CDU) holte am Sonntag bei der Wahl zum 19. Deutschen Bundestag erneut - und damit zum vierten Mal hintereinander - das Direktmandat im Wahlkreis 271 Karlsruhe-Stadt. Sylvia Kotting-Uhl zog über die Landesliste der Grünen wieder in den Bundestag ein, Michael Theurer (FDP), Marc Bernhard (AfD) und Michel Brandt (Die Linke) schafften ebenfalls über die Landesliste ihrer Partei den Sprung nach Berlin.

LANGE KOPF AN KOPF

Bei den für das Direktmandat entscheidenden Erststimmen hatte es bei der Auszählung der Ergebnisse in den einzelnen Wahlbezirken lange ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Wellenreuther und dem SPD-Kandidaten Parsa Marvi gegeben. Erst gegen 20.45 Uhr, als ein Großteil der Karlsruher Resultate ausgezählt und auf die Großleinwand im zum Wahlstudio umfunktionierten Bürgersaal des Rathauses übertragen war, stand Ingo Wellenreuther als Sieger fest. Er hatte trotz eines Verlustes von 11 Prozent gegenüber der Wahl 2013 mit 28,5 Prozent der Erststimmen das Direktmandat geholt. Parsa Marvi folgte mit 23,6 Prozent (2013: 29,6 Prozent) dahinter. Trotz des gegenüber dem Ergebnis seiner Partei (16,8 Prozent) beachtlichen persönlichen Erfolgs verpasste der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Gemeinderat knapp den Einzug in den Bundestag. Platz 18 auf der Landesliste der Sozialdemokraten reichte dazu nicht. Sylvia Kotting-Uhl (GRÜNE) verbesserte ihr Ergebnis gegenüber 2013 um 3,9 auf jetzt 17,6 Prozent. Platz vier ging an Marc Bernhard. Der AfD-Stadtrat konnte genau 10 Prozent der Erststimmen in Karlsruhe auf sich vereinigen. Der FDP-Landesvorsitzende Michael Theurer kam auf 8,6 Prozent, Michel Brandt (Die Linke) erzielte 7,6 Prozent.

EINIGE SPRÜNGE

Für eine gemischte Stimmung am Wahlabend im Bürgersaal sorgten vor allem die für die Zusammensetzung des Bundestags nach Parteienstärke entscheidenden Zweitstimmen. Als kurz nach 19 Uhr die ersten Ergebnisse aus dem Wahlkreis 271 auftauchten, war bereits abzusehen: Karlsruhe hat mit einigen Verschiebungen im Bundestrend gewählt. Wie im Bund musste auch in der Fächerstadt die CDU die größten Verluste im Vergleich zur Wahl von vor vier Jahren hinnehmen, blieb aber trotz eines Absinkens um 9,7 Prozentpunkte mit einigem Abstand stärkste Partei. Die Sozialdemokraten fielen mit einem Minus von 5,9 Prozentpunkten deutlich unter die 20-Prozent-Marke und damit - im Unterschied zum Bund - hinter die Grünen auf Platz drei zurück. Die neuen Zweitplatzierten in Karlsruhe wiederum verbesserten ihr Ergebnis gegenüber 2013 um 3,3 Prozent. Wie im Bund verzeichnete auch in Karlsruhe die FDP einen satten Zugewinn. Der betrug 6 Prozent. Auch die AfD erhielt wesentlich mehr Zuspruch als 2013. Mit einem Plus von 4,8 Prozent allerdings deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt (plus 8,1 Prozent). Zu den Gewinnern gehörte in Karlsruhe auch Die Linke, die sich gegenüber 2013 um 3,6 Prozentpunkte verbesserte.

Am Ende des Wahlabends hatte sich im Gesamtergebnis, das der Kreiswahlausschuss am Mittwochnachmittag unter Vorsitz von Erstem Bürgermeister Wolfram Jäger mit marginalen Abweichungen als amtliches Endergebnis feststellte, der Wert für die CDU in Karlsruhe auf 27,8 Prozent eingependelt. Die Grünen kamen auf 18,3 Prozent, die SPD erzielte 16,8. Dahinter folgten die FDP, die im Endergebnis auf 12 Prozent gesprungen war, die AfD mit 10,4 und Die Linke mit 9,6 Prozent. Alle übrigen Parteien blieben unter zwei Prozent. -trö-

 
 

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