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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. September 2017

Gemeinderat: Plenum votiert für den Käufer

Stadt zieht Vorkaufsrecht nicht / Franz-Rohde-Haus bewahren

Die Stadt wird ihr dingliches Vorkaufsrecht für das Franz-Rohde-Haus nicht ausüben. Das beschloss der Gemeinderat am Montag mehrheitlich in einer fristbedingt eigens einberufenen Sondersitzung.

„Ziel ist weiterhin der Erhalt des Gebäudes und des Parks im denkmalgeschützten Rahmen, frei einsehbar von der Straße her“, hatte OB Dr. Frank Mentrup eingangs betont. Dies sei mit dem aktuellen Käufer, der Ergon Invest GmbH, erreichbar, konstatierte die Plenumsmehrheit. Ergon Invest verfügt über das nördlich angrenzende Grundstück und kann somit Synergien heben, was jeder andere Besitzer nicht könnte.

Sowohl im Bau- wie auch im Hauptausschuss hatten sich Stadträtinnen und Stadträte – auch direkt durch Ergon Invest – vorab über die Nutzungskonzeption sowie die hierfür beabsichtigten baulichen Anpassungen informiert. Gegen die grundsätzliche Lösung, das 1937/1938 als Altenwohnheim mit 25 Kleinwohnungen errichtete Objekt zum Wohnzweck umzubauen, wie es auch andere potenzielle Interessenten vorhatten, gab es keine Bedenken. Ein Ausüben des Vorkaufsrechts zugunsten eines anderen Interessenten scheitert bereits an der fehlenden rechtlichen Basis.

Der evangelische Verein für Stadtmission Karlsruhe hatte das Gebäude in der Dragonerstraße im Juli verkauft, da er das Anwesen in seinem bisherigen Zustand aufgrund gesetzlicher Vorschriften nicht mehr als Alten- und Pflegeheim nutzen kann. In Gesprächen mit der Stadt sowie in Vorberatungen in gemeinderätlichen Gremien hatte der Käufer stets betont, dass er das Haus unbedingt erhalten wolle.

Auch das Ensemble von Gebäude und Park solle bewahrt werden. Kern des Nutzungskonzepts ist die grundlegende Sanierung des von Otto Bartning errichteten Kulturdenkmals bei baulicher Nachverdichtung auf dem Nachbargrundstück. Ausschließlich das Bestandsgebäude zu nutzen, ist wirtschaftlich nicht darstellbar, hatte die Verwaltung erklärt. Am Erhalt des Baudenkmals bestehe aus künstlerischen, wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse: Das könne, dürfe und brauche jedoch nicht über den Status als städtisches Eigentum erreicht werden, so die Gemeinderatsmehrheit. -rie-

 
 

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