Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. September 2017

Kultur: Kopfüber hinein ins Vergnügen

Foto: Bastian

Foto: Bastian

 

Sie bauen schwindelerregende Menschen-Türme, fallen auseinander, wirbeln, tanzen, fliegen durch die Luft und werden bei alledem von der Gruppe sicher aufgefangen und umfangen.

Akrobatik sei nicht das Schwierigste, sagten die Mitglieder der Compagnie XY, die mit ihrer umwerfenden Choreografie „il  n´est pas encore minuit…“ (Es ist noch nicht Mitternacht) das zeitgenössische Zirkus-Festival Atoll eröffneten (unser Bild). Ihr Fundament sei etwas zutiefst Humanistisches – Mut, Zusammenhalt, Verlässlichkeit, Solidarität und Vertrauen. „Miteinander vorwärts gehen“, was für ein „wunderbares Bild“, das zeige, „wie die Gesellschaft aussehen könnte“, schwärmte an diesem Abend auch Staatssekretärin Petra Olschowski vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Atoll sei eine „große Bereicherung für das Kulturleben Karlsruhes“, aber auch für das des Landes und deshalb flossen 40000 Euro aus dessen Innovationsfonds. „Lassen Sie sich verzaubern“, riet das Tollhaus seinem Publikum. Und es hat gefruchtet. Zur Atoll-Zweitauflage strömten an fünf Tagen rund 5000 Besucher. Mehr als 70 Künstler, 13 Formationen und Einzelkünstler aus zehn Ländern erzählten im Saal und unter Zeltdächern Geschichten, rührten, verzückten, erstaunten. Die Mehrzahl der Vorstellungen war ausverkauft.

Neuer Zirkus sei seit Langem „ein Herzensthema“, hatte Tollhaus-Vorstand Bernd Belschner zu Beginn gesagt, das Genre passe „ideal in unser Programm“, es verbinde Kunstsparten und als eher wortarme Kunstform Menschen unterschiedlicher Herkunft. Schon die letztjährige Premiere sei allen in „rundweg positiver Erinnerung“ gewesen, aber erst jetzt „sind wir zu einem richtigen Festival geworden“, so Belschner. -maf-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe