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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. September 2017

MiRO: Schicht im Schacht nach 35 Jahren

RIESEN AUF REISEN: Eine der beiden 400 Tonnen schweren und 35 Meter langen Kokskammern steht in Gijon (Spanien) bereits zum Abtransport bereit. Foto: MiRO

RIESEN AUF REISEN: Eine der beiden 400 Tonnen schweren und 35 Meter langen Kokskammern steht in Gijon (Spanien) bereits zum Abtransport bereit. Foto: MiRO

 

Neue Kammern für Herzstück der Mineralölraffinerie / Großprojekt kostet 75 Millionen Euro / Erhöhtes Verkehrsaufkommen im Dezember

Das Herzstück der Prozessanlage im Werkteil 2 der Mineraloelraffinerie Oberrhein (MiRO) bekommt neue Kokskammern, in denen Gas- und Benzinkomponenten, Diesel, Heizöl und Koks hergestellt werden. Insgesamt 75 Millionen Euro kostet das Gesamtprojekt zur weiteren Verbesserung der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.

 „Diese Investition ist ein Bekenntnis zum Standort Karlsruhe und dafür, dass MiRO eine weitere Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Fokus hat“, betont der Sprecher der Geschäftsführung, Rolf Schairer. „Bereits vor fünf Jahren war nach einer aufwendigen Reparatur das Ende in Sicht“, freut sich Projektleiter Frank Wischniewski, dass nach jahrelanger Planung und Vorbereitung die heiße Phase des Projekts beginnt. Für die einst direkt vor Ort zusammengebauten Riesenkammern ist nach 35 Jahren „Schicht im Schacht“.

Dabei sei „der Austausch der Kammern und der Rohrleitungssysteme viel anspruchsvoller als ein Neubau“, zeigt Wischniewski die nächsten Ablaufschritte auf. Derzeit werden in Spanien die beiden Behälter fertiggestellt, die dann per Schiff über den Atlantik nach Rotterdam und weiter über den Rhein in den Karlsruher Pionierhafen gelangen. Von dort werden die Riesen mit einer Länge von 35 Metern und einem Durchmesser von 8,20 Metern am 21. Oktober in die Raffinerie transportiert.

Da die Albbrücke die Last der je 400 Tonnen schweren Behälter nicht tragen kann, wird für den einen Tag eine Albquerung aufgeschüttet und danach wieder zurückgebaut. Aber nicht nur der Transport der Behälter stellt eine logistische Herausforderung dar. Für den Einbau der Kammern im Rahmen der sechs-wöchigen Großinspektion im kommenden März wird in 200 Lastwagen-Ladungen einer der größten Kräne der Welt herangekarrt. Für den sicheren Stand des 2000 Tonnen Ringkrans wird eine 1,20 Meter starke Bodenplatte angelegt, die auf 218 Bohrpfählen aufliegt, die 18 Meter tief im Boden stecken. Die Materialtransporte sorgen im Bereich der Raffinerie ab Dezember für ein zusätzlichen Verkehrsaufkommen auf der Südtangente. -fis-

 
 

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