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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 29. September 2017

Seelische Gesundheit: „Mein Leben online“

 

Info-Reihe zum Welttag seelischer Gesundheit

Das Internet hat die Gesellschaft tiefgreifend verändert. Wie sich digitale Dauerpräsenz auf die seelische Balance junger Menschen auswirkt, steht im Fokus des Welttags der seelischen Gesundheit (10. Oktober) und der bundesweiten Aktionswochen zur Enttabuisierung psychischer Erkrankungen.

Auch die Gemeindepsychiatrischen Verbünde der Stadt und des Landkreises Karlsruhe sowie der gemeinsame Verbund für Jugend beteiligen sich bis 26. Oktober mit zahlreichen Veranstaltungen am Welttag und beleuchten verschiedene Aspekte des Themas. Das Programm aus Filmabenden, Vorträgen und Lesungen stellten Sozialdezernent Martin Lenz und sein Landkreis-Kollege Peter Kappes kürzlich im Karlsruher Rathaus vor. Im Mittelpunkt steht am 9. Oktober im Landesmedienzentrum eine Diskussion zum Thema „Virtuelle Verletzungen sind real – was hält Kinder und Jugendliche bei ihrem Leben in der virtuellen Welt gesund?“. Jugendliche sind bei „Mein Leben online“ als Experten in eigener Sache erstmals per E-Voting einbezogen, sprechen mit Prof. Markus Appel von der Universität Würzburg über Konflikte, Ängste, Depressionen und Sucht.

Dabei kommt es Jonas Nees vom städtischen Kinderbüro im Spannungsfeld aus Chancen und Risiken vor allem auf „Mehrperspektivität“ an, weder sollten Medien verteufelt noch als Heilsbringer überhöht werden. Kinder und Jugendliche würden heute in zwei Welten hineingeboren, die reale und die virtuelle. Viele von ihnen pendelten ganz selbstverständlich zwischen den Polen und kämen zurecht, während drei bis vier Prozent kein normales Maß fänden und süchtig würden, verdeutlichte die städtische Psychiatriekoordinatorin Marion Schuchardt. Wann Internet und Computerspiele gefährlich werden, erklärt Dr. Jens Retzlik von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am 12. Oktober  in der VHS.

Claudia Gliemanns Kinderbuch „Papas Seele hat Schnupfen“ dient Psychologin Sarah Kistner am 20. Oktober in der AOK als Einstieg in ihren Vortrag über die Auswirkungen einer Depression auf Angehörige. Wie Drogenkonsum das familiäre Zusammenleben sprengen kann, erläutert der Bericht eines Ex-Users am 5. Oktober in der Psychologischen Beratungsstelle, ein weiterer Abend beschäftigt sich am 13. Oktober ebenda mit Ängsten von Kindern und Jugendlichen sowie Möglichkeiten der Unterstützung. -maf-

 
 

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