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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Oktober 2017

Gast im Rathaus: Botschafter Dr. Péter Imre Györkös

GOLDENER BUCH-Eintrag mit ungarischem Botschafter. Foto: Bastian

GOLDENER BUCH-Eintrag mit ungarischem Botschafter. Foto: Bastian

 

Menschen vor Ort helfen

Um Verständnis für die Politik seines Landes warb der ungarische Botschafter Dr. Péter Imre Györkös als er sich letzte Woche in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Abends sprach er zum gleichen Thema in der Hemingway-Lounge.

OB Dr. Frank Mentrup erinnerte begrüßend an die Ambivalenz der Karlsruher Stadtgründung, bei der Umsetzung eines absoluten Machtanspruchs mit neuen Freiräumen für die Bürger verbunden war. Er wünschte sich von Ungarn, dass "wir miteinander reden und nicht übereinander, in eine gute Streitkultur zurück finden und nach außen gemeinsam auftreten".

Györkös wies darauf hin, dass sich Ungarn in der Flüchtlingsfrage "als einziges Land an europäische Regelungen gehalten hat". Sein Land sei am Zusammenhalt von Europa am meisten interessiert. Es gehe nun darum, ein gesundes Gleichgewicht zwischen föderalen und internationalen Gewichten zu finden. In Ungarn lebten 13 Minderheiten, davon seien Deutsche mit rund 200.000 die zweitgrößte. Daher gebe es in Ungarn 300 deutsche Schulen und 500 insgesamt, in den Deutsch gelehrt werde. Immer habe es Migration und Vermischung gegeben. Ungarn habe als einziger Staat sieben Nachbarn, in denen es wiederum große ungarische Gruppen gebe. Mit dem Islam habe man eine lange historische Erfahrung, sei 150 Jahre von den Türken besetzt gewesen. Wichtig sei der Schutz der Außengrenze, man wolle aber so vielen Menschen wie möglich vor Ort helfen, etwa mit staatlichen Stipendien für Migranten. -cal-

 
 

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