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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 6. Oktober 2017

Hauptfriedhof: Jetzt mehr Einäscherungen möglich

DIE NEUE EINÄSCHERUNGSLINIE: Krematoriumsmitarbeiter Heimo Schäfer bereitet einen Sarg zur Verbrennung vor. Foto: Bastian

DIE NEUE EINÄSCHERUNGSLINIE: Krematoriumsmitarbeiter Heimo Schäfer bereitet einen Sarg zur Verbrennung vor. Foto: Bastian

 

Dritte Verbrennungslinie in Betrieb / Auch Raum für Angehörige zum Beobachten

Seit 1904 finden auf dem Karlsruher Hauptfriedhof Einäscherungen statt. Seinerzeit allerdings noch in einer sehr überschaubaren Zahl, weil es kirchliche Einwände gegen das Verbrennen Verstorbener gab. Das hat sich erst mit dem zweiten Vatikanischen Konzil geändert. Seither steigen die Zahlen.

In Karlsruhe hat man daher vor etwa 20 Jahren ein neues Krematorium mit zwei Verbrennungslinien in Betrieb genommen. Sie waren auf rund 2.500 Einäscherungen im Jahr ausgelegt. Allerdings werden mittlerweile rund 70 Prozent der Verstorbenen in Karlsruhe eingeäschert. Das sind etwa 5.000 Kremationen im Jahr. Deshalb hat das Friedhofs- und Bestattungsamt eine dritte Verbrennungslinie einrichten lassen. Diese ist nun im Probebetrieb etwa drei Monate ohne nennenswerte Einschränkungen gelaufen und wurde jetzt in den Regelbetrieb übernommen. Bei einem Rundgang haben Bürgermeister Klaus Stapf, Friedhofs- und Bestattungsamtsleiter Matthäus Vogel sowie Vertreter der beauftragten Firmen die neue Anlage erläutert.

Zusammen mit der Erweiterung des Hauses und einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach hat dies drei Millionen Euro gekostet. Stapf lobte das Amt und die beteiligten Firmen dafür, dass der vorgesehene Kostenrahmen eingehalten wurde. Immer mehr Angehörige, so Vogel, äußerten den Wunsch, bei der Einäscherung ihres Verstorbenen anwesend sein zu dürfen. Daher ist Teil der Neuanlage ein Raum, in dem sich Angehörige versammeln und beobachten können, wie der Sarg in die Brennkammer eingefahren wird. Wie das angenommen wird, wissen Vogel und Stapf noch nicht. Zumal der eher technische Vorgang ja auch mit vielen Emotionen verbunden ist. -erg-

 
 

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