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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 13. Oktober 2017

Stimmen aus dem Gemeinderat: SPD: Badisches Staatstheater Karlsruhe: Drama „Kostenexplosion“ auf dem Programm

Elke Ernemann, SPD-Stadträtin

Elke Ernemann, SPD-Stadträtin

 

Die vor kurzem bekannt gewordene exorbitante Kostensteigerung bei Umbau und Erweiterung des Badischen Staatstheaters hat uns alle überrascht und schockiert. Dennoch wurde letztlich der Fortführung der notwendigen Sanierung und dem Umbau des über vierzig Jahre alten Hauses fast einstimmig zugestimmt.

Die unzumutbaren Arbeitsbedingungen vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, bauliche und sicherheitstechnische Defizite wie unzureichender Brandschutz, Flächenprobleme, behindertengerechte Zugänge wurden nicht in Frage gestellt. Die nunmehr vorgelegte „Vollkostenberechnung“ kam unerwartet und überraschend. Sie ist jedoch nach gründlicher Prüfung und einem Gutachten nachvollziehbar: Die horrenden Mehrkosten basieren neben den zusätzlichen Kostenerhöhungen durch einen erheblichen Eingriff in den Flächenbestand, der Verlegung der Tiefgaragenzufahrt, insbesondere aber auf einer seriösen Berechnung der Baupreissteigerung und einer stets erforderlichen Risikoreserve, die der langen Bauzeit geschuldet ist. Und man konnte sich drehen und wenden wie man wollte: Die Suche nach dem großen Einsparpotential blieb ergebnislos.

Unsere Zustimmung haben wir an bestimmte Bedingungen geknüpft: Das Theater muss seine zukünftigen Betriebskosten senken und seinen Sparwillen beweisen. Mehr Zuschüsse von der Stadt kann und wird es nicht geben, denn die Kulturlandschaft in Karlsruhe besteht schließlich nicht nur aus dem Badischen Staatstheater. Das gleiche „Kostenschicksal“ ereilte nicht nur uns in Karlsruhe, sondern auch andere Schauspiel- und Opernhäuser in Köln und Stuttgart, wo vergleichbare Baukostenentwicklungen zu beobachten sind. Als Stadträtin und Verwaltungsratsmitglied des Badischen Staatstheaters hätte ich mir allerdings viel früher Klarheit über diese sich abzeichnende Entwicklung gewünscht. Meine Kritik richtet sich hier deutlich an das Amt für Vermögen und Bau des Landes.

Erst mit der guten und transparenten Informationskampagne unseres  Oberbürgermeisters und der städtischen Fachämter wurde der Gemeinderat eingebunden und auf dem Laufenden gehalten. Für die Zukunft wünsche ich mir daher eine genauso gute Öffentlichkeitsarbeit über den Projektfortschritt beim Staatstheater, wie sie bei der KASIG schon seit längerem vorbildlich funktioniert. Nach Fertigstellung wäre das neue Staatstheater ein architektonisches und städtebauliches Highlight an der wichtigen städtebaulichen Achse an der Kriegsstraße, das den zeitgemäßen Anforderungen in jeder Hinsicht entspräche. Freuen wir uns also und hoffen, dass sich die Dramen fortan nur im Theater abspielen werden und nicht um das Theater.

Elke Ernemann, SPD-Stadträtin

 
 

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