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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Oktober 2017

Kultur: Codes und Codierungen verstehen

SICH ANALOG WOHLFÜHLEN IN DIGITALEN WELTEN: Neues Ausstellungsformat des ZKM will zum Lernen und Arbeiten anregen. Donnerstags hat „Open Codes“ sogar bis 22 Uhr geöffnet. Foto: Bastian

SICH ANALOG WOHLFÜHLEN IN DIGITALEN WELTEN: Neues Ausstellungsformat des ZKM will zum Lernen und Arbeiten anregen. Donnerstags hat „Open Codes“ sogar bis 22 Uhr geöffnet. Foto: Bastian

 

Leben in digitalen Welten / Labor und Lounge im ZKM

„Unsere Lebenswelt besteht heute zu wesentlichen Teilen aus einer künstlichen, von Menschen gemachten Datenwelt“, schreibt ZKM-Chef Peter Weibel. Und den Zugang zu dieser Welt bilden digitale Codes. Doch wir funktionieren diese Codes, wie haben sie sich entwickelt und welche Wissensstrukturen bringen sie hervor?

Um diese Fragen geht es im neuen ZKM-Ausstellungsformat „Open Codes. Leben in digitalen Welten“. Bis Anfang August nächsten Jahres erwartet Besucherinnen und Besucher bei freiem Eintritt eine Mischung aus Labor und Lounge, die das Museum zu einem Ort der „Bürgerbildung“ machen will: mit Co-Working-Bereichen, kostenfreien Snacks, Workshops, Camps, Scienceslams und Partys. Zu sehen sind 120 künstlerische und wissenschaftliche Arbeiten, die auf analogen oder digitalen Codes basieren. Sie zeigen und erklären die komplexen Dynamiken von Codes: vom Morsecode bis zum genetischen Code. Da gibt es historische Schriften wie die Ars Magna von Raimundus Lullus, Speicherbausteine, Mikroprozessoren, einen Oszillator von Heinrich Hertz zum Nachweis elektromagnetischer Wellen, einen Kronleuchter, der blinkende Morsezeichen aussendet, oder eine Videoinstallation mit einem fiktiven Gerichtsprozess, bei dem ein intelligenter Algorithmus angeklagt ist.

Tische und Computer laden dazu ein, sich intensiv mit Codes, Codierungen oder algorithmischer Ökonomie zu beschäftigen, zu lernen und zu arbeiten. Und zur Stärkung gibt es Obst, Fruchtsaft und Müsliriegel. „Die Aneignung von Wissen muss belohnt werden“, formuliert Weibel entsprechend die Vision einer „bezahlten Bürgerbildung“. Kooperationspartner von „Open Codes“ sind das Fraunhofer Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung, das FZI Forschungszentrum Informatik, das Karlsruher Institut für Technologie, die Akademie Schloss Solitude (Stuttgart) und dm.

Alle Werke der Ausstellung werden auf open-codes.zkm.de ausführlich vorgestellt, und wer möchte, kann sich die Schau auch mit Hilfe der App experience_zkm erschließen. Außerdem gibt es ein umfangreiches Begleit- und Vermittlungsprogramm für Jung und Alt. So ist beispielsweise am 28. und 29. Oktober ein Workshop für Kinder ab 9 Jahren zum Thema Roboter Coding im Angebot und am 11. November können Mädchen und Jungen ab 11 Jahren bei „Krypto_Agent“ erste Schritte für geheime Texte lernen. Für den 2. November lädt das ZKM zur Konferenz „Digitale Souveränität“ bei freiem Eintritt in sein Medientheater ein. Von 10.30 bis 20 Uhr geht es in Vorträgen um Kontrolle, Herstellung und Bereitstellung digitaler Infrastruktur. Und im ZKM-Lichthof 8 können Besucher selbst Veranstaltungen organisieren. Infos dazu sowie zum Begleitprogramm mit Führungen und Filmen gibt es auf open-codes.zkm.de. -res-

 
 

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