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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Oktober 2017

Wirtschaftsförderungsausschuss: Neuer Anlauf bei Gewerbeflächen

Spannungsfeld zwischen Nachfrage und Angebot/ Nur noch wenige städtische Flächen

Die Gewerbeflächensituation in Karlsruhe stand im Mittelpunkt der Sitzung des Wirtschaftsförderungsausschusses, der in der letzten Woche unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz tagte.

Bereits vor Eintritt in die Tagesordnung hatten Vertreter der „Chefrunde Wirtschaft“, in der sich Spitzen des DGB, der Wirtschaftsverbände und der Arbeitsagentur regelmäßig über aktuelle Probleme austauschen, Gelegenheit, sich zur Gewerbeflächensituation zu äußern. Dabei wurden zusätzliche Flächen für die Entwicklung bestehender Betriebe ebenso wie für Neuansiedlungen gefordert. Neben Gewerbeflächen mit guter verkehrlicher Anbindung im Osten seien für die Stadtentwicklung auch Flächen für das Service- und Dienstleistungsgewerbe notwendig.

„Die Nachfrage ist so stark angestiegen und unser Bestand so gering, dass wir in fünf bis sechs Jahren nichts mehr anbieten können“, sprach Wirtschaftsbürgermeisterin Luczak-Schwarz von einer „aufschreckenden Entwicklung“. Zwar werde stark an der Innenentwicklung gearbeitet, der „Output“ sei aber „eher gering“. Nachdem die städtischen Gremien der vorgeschlagenen Aufwertung des Flächenportfolios bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes nicht folgten und auch die Bereitschaft der Nachbargemeinden zu interkommunalen Kooperationen eher gering sei, könnten zunehmend keine realisierbaren Flächen für Expansion und Neuansiedlungen angeboten werden. In den letzten zehn Jahren habe die städtische Wirtschaftsförderung 24 Firmenabwanderungen mit einem Verlust von rund 2.000 Arbeitsplätzen registriert.

Weil derzeit die Nachfrage der Kreativ- und IT Unternehmen nur noch schwer bedient werde könne, sei etwa die Weiterentwicklung des Kreativparks Alter Schlachthof in Richtung Messplatz wünschenswert, aber nicht realistisch. Im Technologiepark stünden nur noch vier Hektar zur Verfügung und im einzigen in der Entwicklung befindlichen Gewerbegebiet „Gottesauer Feld“ blieben nur rund 4,5 Hektar an städtischen Flächen. Einigkeit herrschte darüber, die Entwicklungen nochmals unter die Lupe zu nehmen. Wie erfolgreich Wirtschaftsförderung mit entsprechenden Flächen möglich ist, zeigte die Wirtschaftsbürgermeisterin am Kreativpark „Alter Schlachthof“. Dort stieg in den letzten drei Jahren die Zahl der Beschäftigten von 810 auf 1.590 an. 79 Prozent der Nutzer zeigten sich in einer Umfrage zufrieden mit den Standortaspekten. Nachdem das Gründungszentrum Perfekt Futur voll ausgelastet sei, werde die Fertigstellung des Wachstums- und Festigungszentrums im Spätjahr 2018 sehnsüchtig erwartet. Die sehr gute positive Entwicklung finde auch überregional große Beachtung: So belegte Karlsruhe im Vergleichsmonitor der EU-Kommission in Sachen Kultur- und Kreativwirtschaft den zweiten Platz der zwischen 250.000 und 500.000 Einwohnern zählenden Großstädte in Europa. -fis-

 
 

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