Sprung zur Navigation. Sprung zum Inhalt, Sprung zur Suchmaschine

Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 27. Oktober 2017

Zoo: Neues Zuchtpärchen

ÜBERGABE: Der Zoo erhielt zwei Edwardsfasane, die Artenschutzstiftung des Zoo übergab 2.000 Euro an Viet Nature Conservation Centre (links: Direktorin Pham Tuan Anh) für eine Zuchtstation. Foto: Fränkle

ÜBERGABE: Der Zoo erhielt zwei Edwardsfasane, die Artenschutzstiftung des Zoo übergab 2.000 Euro an Viet Nature Conservation Centre (links: Direktorin Pham Tuan Anh) für eine Zuchtstation. Foto: Fränkle

 

Zoo kooperiert mit Auswilderungsprojekt für Edwardsfasane

Ob ihr Nachwuchs zu den Pionieren gehören wird, die in Vietnam für die Wiederansiedelung ihrer Art sorgen, wird ihr genetisches Potential entscheiden. Vorerst müssen sich die vor einer Woche im Zoo angekommenen Edwardsfasane als Paar finden.

In der Voliere im Gehege der Kropfgazellen könnten die aus dem Vogelpark Viernheim stammende Henne und der Hahn von Züchter Heiner Jacken schon 2018 ein erstes Gelege haben. Jacken koordiniert für die World Pheasant Association (WPA) europaweit den Gehegebestand von Edwardsfasanen – derzeit 110 Paare im Zuchtbuch sowie Jungtieren. Und hat mit Dr. Clemens Becker, Artenschutzkoordinator des Zoos, einen engagierten Mitstreiter: „Wir sind der 19. Zoo, der sich um diese vom Aussterben bedrohte Tierart kümmert.“ Heimat war der dichte Urwald Zentral-Vietnams – ehe Abholzung und nicht zuletzt „Agend Orange“ im Vietnamkrieg der endemischen Art den Garaus machte. 1990 wurden die letzten Exemplare gesichtet.

Alle Fasane, die in einigen Jahren das „Trainingscamp“ des Viet Nature Conservation Centre (Viet Natur) Richtung freie Natur verlassen, werden Nachkommen „europäischer“ Tiere sein. 2018 will Viet Natur mit acht Paaren in einer Zuchtstation in einem rund 800 Hektar großen Waldgebiet starten, informierte deren Direktorin Pham Tuan Anh bei der „Fasanen-Übergabe“. Mangels Naturbeobachtung profitiere sie auch vom Wissen der WPA und deren Züchter: „Vor der ersten Auswilderung müssen wir Habitats-Anforderungen weiter erforschen – und die Tieren etwa auf natürliche Fressfeinde trainieren.“ Mit den Fasanen zeige der Zoo einmal mehr, dass er sich dem Artenschutz verschrieben hat, so Becker. Aus Mitteln der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe übergab er 2.000 Euro an Pham Tuan Anh zum Aufbau der Zuchtstation. Vielleicht profitiert davon sogar unmittelbar ein gebürtiger Karlsruher… -rie-

 
 

Zur Übersicht der Wochenausgabe