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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 10. November 2017

Städtischer Winterdienst: Solesprüher verringern Salzeinsatz

GERÜSTET: Der Leiter des Winterdiensts, Andreas Bender, AfA-Chef Rolf Janssen und Bürgermeister Klaus Stapf (von links) setzen auf die salzeinsparende Technik des Solesprühers. Foto: Fränkle

GERÜSTET: Der Leiter des Winterdiensts, Andreas Bender, AfA-Chef Rolf Janssen und Bürgermeister Klaus Stapf (von links) setzen auf die salzeinsparende Technik des Solesprühers. Foto: Fränkle

 

Gegen Eis und Schnee gerüstet / Thermomaten steuern Auswurf von Streumitteln

Bis zum vergangenen Wochenende war der Winter gefühlt Monate entfernt. Inzwischen sinkt das Thermometer nachts gegen null Grad. Schmuddelwetter kündigt die kalte Jahreszeit an. Doch der städtische Winterdienst ist auf Tage mit Eis und Schneefall bestens vorbereitet.

Schon der Vorrat an Streusalz ist gewaltig. Auf insgesamt 6.500 Tonnen kann der Winterdienst zugreifen, 1.100 davon lagern in einer Halle des Amts für Abfallwirtschaft (AfA) in der Ottostraße. Mit ihrem Lagerkonzept ist die Stadt auch für einen „Jahrhundertwinter“ gerüstet, der bisherige Rekordverbrauch lag bei 4.250 Tonnen in der Wintersaison 2009/2010. Wieviel letztlich für das Freimachen von Straßen und Wegen benötigt wird, ist wie weitergehende Wetterprognosen völlig spekulativ. „So mussten wir etwa im extrem milden Winter 2013/14 nur 150 Tonnen verstreuen“, sprach Bürgermeister Klaus Stapf am Montag vor den Medien von höchst unterschiedlichen Erfahrungen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, kalkulieren die Verantwortlichen aber immer strenge Winter ein. Und denen begegnen sie, so Stapf, „vor allem mit moderner Technik“. Sämtliche 36 Großstreufahrzeuge haben Thermomaten an Bord, die mit einem Infrarotsensor die jeweilige Oberflächentemperatur der Fahrbahn messen, dementsprechend den Streumittelauswurf steuern und damit nur so viel Salz wie unbedingt nötig auf die Straße bringen. Der Umweltdezernent hob dabei vor allem vier der Fahrzeuge in der AfA-Flotte hervor, die als sogenannte Solesprüher eine wässrige Lösung von Salzen aufbringen und damit den Salzeinsatz um bis zu 70 Prozent reduzieren können. Stapf: „Diese Lösung ist bei Temperaturen bis zu Minus acht Grad effizienter und bietet sich auch für präventives Streuen an“. Bei allzu heftigem Schneefall stößt die Sole dann allerdings an ihre Grenzen.

Doch auch dafür ist die Stadt vorbereitet. Andreas Bender, der Leiter des Winterdiensts beim AfA, koordiniert dann den Einsatz von bis zu 500 Beschäftigten von AfA, Tiefbauamt, Gartenbauamt und anderen Dienststellen, die in mehreren Schichten mit 200 Fahrzeugen ein Straßennetz mit einer Gesamtlänge von 670 Kilometern verkehrssicher machen. Im Fokus stehen vor allem Bundes- und Landesstraßen, Hauptverbindungen und Busspuren sowie Gefahrenstellen, die alle der Prioritätsstufe eins angehören. Das Winter-Radwegenetz mit einer Länge von 180 Kilometern bestreut eine beauftragte Firma mit Feuchtsalz. Sämtliche Räum- und Streuarbeiten beginnen je nach Situation um 3 Uhr und enden um 22 Uhr, auch an Sonn- und Feiertagen.

Darüber hinaus sind aber auch die Bürger in der Pflicht. AfA-Leiter Rolf Janssen erinnerte daran, dass Grundstückseigentümer bei Eis und Schnee Gehwege vor ihren Häusern „werktags ab 7.30 Uhr, sonntags ab 9 Uhr räumen und mit salzfreien Mitteln wie Sand, Splitt oder Asphalt bestreuen müssen“. -trö-

 
 

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