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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 17. November 2017

Werderplatz: Für mehr Ruhe am Indianerbrunnen

WERDERPLATZ: Mit einem Konzept aus vielerlei Maßnahmen soll der Treffpunkt im Herzen der Südstadt wieder attraktiver werden. Foto: Fränkle

WERDERPLATZ: Mit einem Konzept aus vielerlei Maßnahmen soll der Treffpunkt im Herzen der Südstadt wieder attraktiver werden. Foto: Fränkle

 

Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Werderplatz / Hauptausschuss: Vorschläge zur Deeskalation prüfen / Diskussion um Drogenkonsumraum

Im Herzen der Südstadt soll mehr Ruhe einkehren. Zur Entschärfung der Situation schlägt die AG Werderplatz verschiedene soziale und ordnungsrechtliche Maßnahmen vor – darunter etwa einen Aufenthaltsraum für Trinker mit Beratungsangebot, eine geschützte Stätte für Drogenkonsum sowie ein Alkoholverbot am Indianerbrunnen, aber auch mehr Präsenz des kommunalen Ordnungsdiensts (KOD).

Viel Lob für die in städtischer Regie mit weiteren Akteuren entwickelten und mit der Bürgerschaft erörterten Ideen gab es am Mittwoch bei der Sitzung des Hauptausschusses. Das Plenum befürwortete das Papier grundsätzlich und beauftragte die Verwaltung mit vertiefender Prüfung und Kostenkalkulation noch zu beschließender Projektvorschläge. Auch OB Dr. Frank Mentrup war von den Lösungsansätzen begeistert, reichten einige doch über den Werderplatz hinaus und komplettierten die soziale Infrastruktur der Gesamtstadt.

Lärm, Verschmutzung, Alkohol- und Drogenexzesse, Belästigung und Gewalt - den Problemen am Werderplatz lägen vielschichtige und kommunal kaum beeinflussbare gesellschaftliche Herausforderungen wie Drogenmissbrauch, Zuwanderung und soziale Polarisierung zugrunde, so die Analyse der Fachleute. Gleichwohl sei Deeskalation möglich. Maßnahmen wie hellere Beleuchtung des Platzes oder verstärkte Präsenz von Polizei und KOD seien eingeleitet. Allerdings ließe sich der Zusatzaufwand für die kommunalen Ordnungshüter auf lange Sicht nur mit mehr Personal bewältigen, schlussfolgert die Arbeitsgruppe.

Geplant ist überdies ein zeitlich und örtlich begrenztes Alkoholverbot samt Aufenthaltsalternative in einer Trinkstätte mit Beratung, ebenso der neuerliche Einsatz von Straßenfegern aus dem Werderplatz-Umfeld. Weitergedacht und mit den Erfahrungen anderer Städte vertieft werden soll das Thema Drogenkonsumraum (mit Kontaktladen) für einen kleinen Kern der harten Szene. Entschlösse sich Karlsruhe zu dem landesweit noch einmaligen Schritt, signalisiert Stuttgart Unterstützung und will die dafür notwendige Rechtsverordnung auf den Weg bringen.

„Gut nachvollziehen“ konnte CDU-Stadtrat Tilman Pfannkuch die Argumente der Experten, nicht zwingend war für ihn jedoch der Raum für Drogenkonsum. „Warum muss Karlsruhe immer den Spitzenplatz einnehmen?“, fragte er. SPD-Stadtrat Michael Zeh war dafür hingegen „durchaus offen“. Angesichts gebrauchter Spritzen in Hauseingängen und auf Spielplätzen sei dies ein gangbarer Weg. Joschua Konrad (GRÜNE) legte den Fokus mehr auf Prävention und soziale Arbeit denn auf Repression, den Drogenkonsumraum wollte er in angrenzenden Quartieren verortet wissen. Das sah auch KULT-Stadtrat Erik Wohlfeil so, war aber mit dem Bericht dennoch „sehr zufrieden“.

Die FDP werde die personelle Aufstockung des kommunalen Ordnungsdiensts in die Haushaltsberatungen einbringen, kündigte Thomas Hock an: Die Bürger „erwarten Entscheidungen“. GfK-Stadtrat Friedemann Kalmbach war „froh“ über die Vorlage. Die Verwaltung habe eine „komplexe Antwort“ geliefert, „Kompliment!“. Er plädierte für Testläufe von Drück- und Trinkraum. Binnen Jahresfrist sei zu prüfen, was sich bewähre. Einverstanden mit der Vorgehensweise war auch AfD-Stadtrat Marc Bernhard, er warb ebenfalls für weitere KOD-Präsenz. -maf-

 
 

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