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Karlsruhe: Stadtzeitung

Ausgabe vom 24. November 2017

Gemeinderat: Allen Belangen Rechnung getragen

ENTWICKLUNGSFLÄCHE: Das Planrecht steht dem Erhalt des Botanischen Gartens nicht entgegen. Nach Abriss der Gewächshäuser muss  in L-Form gebaut werden mit Rücksicht auf den Mammutbaum. Foto: Fränkle

ENTWICKLUNGSFLÄCHE: Das Planrecht steht dem Erhalt des Botanischen Gartens nicht entgegen. Nach Abriss der Gewächshäuser muss in L-Form gebaut werden mit Rücksicht auf den Mammutbaum. Foto: Fränkle

 

Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „KIT Campus Süd/Adenauerring“ / Entwicklungsfläche für Campus-Süd / Verlagerung Gewächshäuser ist KIT-Entscheidung

Mit deutlicher Mehrheit fasste der Gemeinderat den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „KIT Campus Süd/Adenauer¬ring“. Die Debatte war von den Themen geprägt, die auch die öffentliche Diskussion sowie umfassende Bürgerbeteiligung und -information bestimmt hatten.

„Den öffentlichen und städtebaulichen Interessen sowie Anliegerbedürfnissen wurde von allen Seiten Rechnung getragen“, fasste OB Dr. Frank Mentrup für sich und die Befürworter aus SPD, CDU, FDP, GfK und parteilosem Stadtrat Stefan Schmitt zusammen. Im Verfahren zur letzten zusammenhängenden KIT-Entwicklungsfläche sei die Öffentlichkeit weit über die gesetzlichen Vorgaben hinaus beteiligt gewesen, betonte Tom Høyem (FDP).

Die Anlieger hätten viel erreicht, etwa mit der über 25 Meter breiten Grünzone zwischen Neubebauung und Einfamilienhäusern an der Hansjakobstraße. Dieser im Vergleich zu gesetzlichen Vorgaben dreimal so breite Abstandsstreifen sei als Vorgabe manifestiert, so Mentrup. Die Änderungen geschehen in zumutbarer Weise, zumal überdies die Gebäudehöhen reduziert wurden, meinten auch CDU-Stadtrat Dr. Albert Käuflein und SPD-Stadtrat Michael Zeh.

Nach erfolglosem Vertagungsantrag stimmte die KULT mit Nein. Sie sehe, so Lüppo Cramer, keine Eile für „einen Plan, der nur für die Tschira-Stiftung auf den Weg gebracht wurde“; nun aber schenke diese dem KIT nur noch ein Gebäude. Der Stimme enthielten sich Linke-, AfD- und FW-Stadträte sowie GRÜNE. Letztere hatten per Antrag versucht, den Plan für große Teile zu stoppen, um einen neuen Rahmenplan in konkurrierendem Verfahren zu entwickeln. Stadträtin Dr. Ute Leidig hielt „diese Verfahrenskorrektur“ nach Teil-Rückzug der Tschira-Stiftung für geboten. Von der Stiftung sei die Initialzündung für den Masterplan des KIT ausgegangen, so Bürgermeister Michel Obert.

Der Plan selbst lege aber als Angebotsbebauungsplan unabhängig von konkreten Bauabsichten den planrechtlichen Rahmen fest, in dem das KIT sich auf rund drei Hektar städtebaulich geordnet weiterentwickeln kann. Mit Flächen für universitäre und universitätsaffine Einrichtungen setzt sich der Campus über den Adenauerring hinweg fort. Der Plan sieht fünf Baukörper vor. Ein Bau liegt zwischen der ehemaligen Kinderklinik und den beiden denkmalgeschützten Bestandshäusern. Vier Baukörper reihen sich mit Vor- und Rücksprüngen am und zum Adenauerring orientiert auf. Das südlichste davon, von der Tschira-Stiftung finanziert, korrespondiert als sechsgeschossiges Bauwerk mit dem zentralen Campuszugang.

Die weiteren Gebäude, deren Realisierung zu gegebener Zeit mit konkurrierendem Architektenverfahren einhergeht, haben bei zwei bis fünf Geschossen eine abnehmende Höhe zur angrenzenden Wohnbebauung, abgetrennt durch den breiten Grünstreifen. Mit dem nördlichsten Baufeld wird das Areal des Botanischen Gartens des KIT überplant. Es ist eine innerbetriebliche Entscheidung des KIT, diesen nach und nach zur Kornblumenstraße zu verlagern, führte unter anderem Stadtrat Jürgen Wenzel (FW) aus. Die nicht unter Denkmalschutz stehenden, sanierungsbedürftigen Gewächshäuser dürfen abgerissen werden, das liegt nicht in unserer Macht, betonte Mentrup. -rie-

 
 

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